Die Grenzen zwischen Amateur und Profi sind in der Fotografie fließend. Viele Amateure machen absolut professionelle Bilder und manche verdienen auch etwas Geld mit der Fotografie. Genauso fließend mag die Einordnung der Pentax K20D sein. Sie ist sicher zum Amateurpreis zu haben, bietet aber Ausstattung und Leistung, die auch für viele professionelle Einsatzgebiete optimal sind, vom Staub- und Spritzwasserschutz bis zur insgesamt sehr soliden und hochwertigen Verarbeitung.
Die Bildqualität ist m.E. das wichtigste an einer Kamera - und hier lässt die K20D keine Wünsche offen. Bei niedrigen ISO-Einstellungen sind Prints bis DIN A2 kein Thema. Bis ISO 1000 sind die Bilder immer noch von so hoher Qualität, dass man sie bis DIN A4 locker drucken kann - je nach Motiv (Rauschen ist ja auch motivabhängig) darf es auch noch größer werden. Abzüge in den kleinen Standardgrößen bis 13x18 cm können auch mit ISO 3200 Aufnahmen gut gemacht werden, schließlich gab es Filmkorn auch in Analogzeiten...
Was mich an der K20D besonders beeindruckt (neben Verarbeitung und Bildqualität) sind vor allem zwei weitere Dinge:
- die überaus einfache und, für einen langjährigen Filmfotografen, völlig logische Bedienung, gepaart mit einem ausgezeichneten, großen und hellen Sucher
- das sehr gute Preis-/Leistungsverhältnis des Zubehörs, auch und gerade der Objektive
Pentax baut, wie jeder andere Hersteller, auch schlechte und mittelprächtige Objektive. Aber das Angebot an hochwertigen Modellen ist mittlerweile groß genug und vor allem im Weitwinkel- und im Makro-Bereich fast schon einzigartig umfassend, dass eigentlich keine Wünsche offen bleiben. Wer über das Fehlen langbrennweitiger Optiken klagt, kann nach wie vor das 2,8/300 und das 4/600 (FA-Modelle) über Pentax Japan neu beziehen. Außerdem haben die Drittanbieter wie Sigma und Tamron auch die Pentax-Fotografen wiederentdeckt und bieten hochwertige Objektive an.
Der integrierte Verwacklungskompensator (Shake Reduction) funktioniert in der Praxis übrigens sehr gut, wenn ich auch noch keine +4 Zeitstufen damit gewinnen konnte. Aber bei sorgfältiger Kamerahandhabung sind mit 30 mm Brennweite gut 1/8 s ohne Verwackeln oder bei 300 mm Brennweite gut 1/125 s, mitunter auch 1/60 s drin. Das ist klasse, denn man darf nicht vergessen, dass man auch hier den Crop-Faktor berücksichtigen muss. Die alte Faustregel, wonach die längste Belichtungszeit für scharfe Bilder gleich der umgekehrten Brennweite sein sollte, muss also auch angepasst werden.
Galt bei einer Kleinbildkamera: mit einem 200 mm Objektiv die 1/250 s als "sicher", so sind bei einer K20D (wie bei jeder APS-C Kamera) 1/250 s x 1,5, also 1/500 s (gerundet auf ganze Stufen) auf der sicheren Seite. Da macht sich SR doch deutlich positiv bemerkbar.
Dass der Autofokus nicht mit den schnellesten Konkurrenzprodukten mithalten kann gilt eigentlich bei der K20D nur für den AF-C Betrieb, also für die kontinuierliche AF-Nachführung. Hier ist der Unterschied zu CaNiOly spürbar - aber nicht dramatisch. Ansonsten arbeitet der AF schnell und vor allem extrem exakt - man muss nur wissen, was man tut, denn auch AF entbindet nicht vom Nachdenken.
Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber ich will hier nicht übertreiben. Wer eine neue Kamera sucht und nicht durch vorhandene Objektive an CaNiOly gebunden ist, sollte die K20D wenigstens mals ausprobieren!