Bin seit ca. 6 Wochen stolzer Besitzer einer K-7. Und was soll ich sagen:
Es ist die beste ( digitale ) Spiegelreflex, welche ich je hatte.
Habe vor dem digitalen Zeitalter lange Zeit mit Mittelformatkameras fotografiert und war dadurch im Anfang von digitalen Spiegelreflex Kameras nicht so begeistert.
Aus der Not heraus, Pentax hatte vor 5 Jahren noch kein so gutes digitales Objektivsortiment wie heute, habe ich über 4 Jahre mit dem Olympus FourThirds System fotografiert, welche mich aber letztendlich nicht voll überzeugt hat.
Fast ein Jahr habe ich dann mit einer K20D fotografiert, welche ich als Einstieg in die digitale Pentax Fotografie gesehen habe
Durch Zufall bin ich dann auf die K-7 gestossen und war sehr erstaunt, wie grazil diese Kamera ist und wie toll sie aufgrund ihrer Ergonomie in den Händen liegt.
Nach kurzem Ausprobieren und ein paar (Probe) Einstellungen und Schüssen stellt man sehr schnell fest, dass diese Kamera voll durchdacht ist.
Neben ihren geringen Abmessungen und ihrem benutzerfreundlichen Gewicht mit 670 Gramm zuzgl. Akku ( ich hasse es Brikettschwere Kameras durch die Gegend schleppen zu müssen ) punktet sie auch dadurch dass ihr Regen und Staub/Sand nichts ausmachen.
Letzteres sollte man auch in unseren Gefilden nicht unterschätzen, denn ich habe schon bei 2 Fotofreunden miterlebt, was es heißt, wenn Staub in den Sensor kommt, hat ähnliche Folgen wie ein Getriebeschaden beim Auto.
Die K7 ist übrigens eine der wenigen Kameras, welche über einen ca. 100% Sucher verfügt, die meisten Kameras haben nur einen Sucherausschnitt von ca. 95%, was bei Aufnahmen wo es um Genauigkeit des Bildausschnitts geht, störend sein kann.
Beim fotografieren ist es mitunter nicht immer einfach ist die Kamera exakt waagerecht zu halten, man glaubt oft, man hätte die Kamera beim Auslösen gerade gehalten, es stellt sich im nach hinein aber dann heraus, dass nur 1 oder wenige Millimeter nicht ganz waagrecht ein schiefes Bild gemacht haben, auch hier ist die K-7 jedoch gegen gerüstet, indem sie über eine eingebaute digitale Wasserwaage verfügt.
Natürlich gibt es diverse Bildbearbeitungsprogramme mit denen sich ein nicht gerades Bild richten lässt, aber durch eine Begradigung durch Bildbearbeitung verschiebt ich zwangsläufig auch die Schärfeebene, d.h. das Bild ist dann gerade, aber mitunter nicht mehr ganz scharf.
Damit man nicht, um solche störenden Bildeinflüsse zu vermeiden, immer mit einer kleinen Wasserwaage aufgesteckt auf dem Sucher herumläuft, hat sich Pentax offensichtlich was sehr benutzerfreundliches einfallen lassen, nämlich die K-7 hat eine eingebaute Wasserwaage, welche unbestechlich durch Balken dem Benutzer anzeigt, in welcher Position die Kamera exakt waagerecht ist.
Gegenüber ihren Vorgängermodellen K20D und K10D ist die K-7 sehr schnell geworden, mit über 5 Bildern pro Sekunde geht kein Motiv mehr daneben oder verloren.
Ihre technische Grundausstattung kann meines Erachtens locker mit allen anderen Premium D-SLR mithalten. Dass eine Kamera in dieser Preisklasse über sämtliche Belichtungsmöglichkeiten, Mess- sowie Fokussiermethoden ( Programm, Blenden, Zeitautomatik, Manuelle Belichtung, Belichtungsreihen, Mehrfeld, Matrix und Spotmessung etc. etc. ) verfügt, ist für mich selbstverständlich. Deshalb schenke ich mir in dieser Rezension darauf explizit einzugehen.
2 technische Schmankerl aus der Pentax Schmiede möchte ich dennoch hervorheben:
Einmal die Möglichkeit eine HDR Aufnahme ( HDR steht für High Dynamic Range ) zu erzeugen, welches bedeutet, dass die Kamera die Möglichkeit bietet, ( logischerweise mit Stativ ) 3 Aufnahmen aus 3 verschiedenen Belichtungswerten, nämlich: normal, unterbelichtet und überbelichtet zu einem zusammen gesetzten Kompositbild zu kombinieren.
Habe dieses mehrfach ausprobiert, die Ergebnisse sind vor allen Dingen bei schwierigen Lichtverhältnissen überzeugend.
Die zweite Möglichkeit sind die diversen Digitalfilter, über welche die K-7 verfügt.
Neben dem Allerweltsmonochrom Filter verfügt die K-7 über diverse andere Filter wie einen Extrahierungsfilter, gibt dem Bild an einem markanten Punkt eine bestimmte Farbe, welche man aussuchen kann, der Rest ist dann in schw/w.
Ein weiterer digitaler Filter ist der sogenannte Wasserfarbenfilter. Dieser lässt bei Anwendung das Foto wie ein gemaltes Bild aussehen. Das gleiche gilt für den Pastellfilter, dieser erzeugt wie der Name schon erahnen lässt, ein Foto, welches wie ein Pastellbild wirkt. Daneben gibt es u.a. noch einen Retrofilter, Kontrastfilter ( schafft höheren Kontrast ), Weichzeichnungsfilter, etc. etc.
Diese Filter sind praktisch wie ein eigenes kleines Bildbearbeitungsprogramm, welches sofort mit der Kamera, sehr einfach in der Anwendung, ausgeführt werden kann.
Das Originalfoto bleibt übrigens bei Anwendung der vorgenannten Filter in seiner Ursprungsform erhalten.
Das die K-7 in sich selbst über eine Shake Reduction Funktion verfügt ist insofern von Vorteil, dass auch Besitzer älterer Pentax tauglicher Optiken in den Genuss dieser Funktion kommen, dass die Kamera bis zu einer gewissen Grenze Verwacklungen ausgleicht.
Andere Hersteller arbeiten meistens mit dieser " Shake Reduction" Funktion in ihren Optiken, welche diese dann teurer macht und die Besitzer älterer Optiken dann buchstäblich in die Röhre sehen.
Apropos Optik: Was nützt die beste regen/staub/ und sandgeschützte Kamera, wenn es nicht auch die passenden Optiken dazugibt.
Gibt es natürlich, habe ich noch von meiner K-20 D, nämlich einmal das 16-50/2,8 durchgängig ( entspricht ca. 24-75 mm KB ) und das 50-135/2,8 ( ca. 75-200 KB ) ebenfalls durchgängigeL Lichtstärke.
Diese Optiken passen perfekt zur K-7.
Aber es gibt noch eine anderes Zoom Objektiv, welches vom Gewicht und den Maßen an für sich, auch wenn nicht ganz so lichtstark und ganz so brilliant, noch besser zur K-7 passt.
Das SMC DA 18-55 AL WR ( also ca. 27-82 mm auf KB gerechnet ). Es ist erheblich preisgünstiger als das 2,8er Zoom und vor allen Dingen wesentlich, nämlich fast 400 Gramm leichter, als das 16-50 2,8 Zoom.
Wenn es mal nicht um regen/sand- und staubtaugliche Optiken geht, habe ich noch für alle, welche mit dem Gedanken spielen sich eine K-7 zuzulegen einen ganz besonderen Tipp:
Nämlich die K-7 mit einem so genannten Limited Objektiv zu bestücken.
Dieses sind handgefertigte Festbrennweiten aus Metall mit eingestanzten Blendenwerten zu einem erschwinglichen und fairen
Preis.
Ich bin vor 14 Tagen von einer Reise mit der K-7 aus Mauritius zurückgekehrt und habe mit der K-7 nur mit 2 kleinen, aber feinen ( die beiden Optiken wiegen jeweils ca. nur 150 Gramm ) fotografiert, einem 21er/3,2 Limited ( entspricht ungefähr einem 32er KB ) und einem 70er/2,4 Lmited ( entspricht ungefähr einem 105 mm KB Objektiv.
Dieses ist eine Traumkombi, ich habe die K-7 locker ohne Riemen, fast wie eine Kompacte getragen und die 2. Optik in die Hosentasche getan.
Die Optiken der Limited Serie sind natürlich nicht nur hervorragend verarbeitet, sondern sie machen mit der K-7 gestochen scharfe und briliante Fotos.
Abschließend sage ich hier mal ganz ketzerisch:
Eine K-7 mit den Limited Optiken wird vielleicht noch von Leica Optiken getoppt, aber nur vielleicht.........