Normalerweise fotografiere ich mit einer semiprofessionellen Spiegelreflex, einer Canon EOS 7D - aber die hat man natürlich nicht immer dabei. Als "Immer-dabei-Kamera" für Schnappschüsse habe ich mich für die günstigste entschieden, die mein Fachhändler hatte - das war dann diese für 50 Euro. Die paßt dann immer in irgend eine Tasche.
Die Qualität der Bilder entspricht dem Preis, allerdings macht es durchaus Spaß, mit der Kamera zu fotografieren. Der Panorama-Modus etwa ist wirklich witzig und deckt rund 180° ab (allerdings sind die Ergebnisse wirklich nur Schnappschüsse und können den ambitionierten Fotografen, der dann aber auch Stativ und Panoramaplatte mit Nodalpunktjustage verwendet, nicht überzeugen).
Im Bereich niedriger Brennweiten verzeichnet die Optik stark - man sollte also lieber mittlere Brennweiten verwenden (und keinesfalls den digitalen Zoom). Man suche sich also die beste Brennweite heraus und verwende die Kamera gewissermaßen als Festbrennweite wie in der guten alten Zeit (mittlere Zoom-Einstellung von 1,5x bzw. 8,8mm entsprechen etwa der bewährten "Normalbrennweite" von 50mm im Kleinbild-Format).
Um das Bildrauschen vor allem bei ISO 400 und mehr in den Griff zu bekommen, habe ich Profile für das Entrauschungs-Tool Noise Ninja erstellt - damit sehen die Bilder dann schon etwas besser aus.
Ein Lottospiel ist der Weißabgleich, da man sich auf die Automatik verlassen muß - jedenfalls habe ich keine Möglichkeit gefunden, hier eine Korrektur vorzunehmen. Sonnenuntergang oder Kerzenlicht könnten also zu herben Enttäuschungen führen.
Die 10 Megapixel sind nicht nur ausreichend, sondern - wie bei vielen Kompaktkameras - hoffnungslos überdimensioniert. Bei einem so kleinen Sensor (Crop-Faktor 1:5,6) hätten es auch 6 oder 8 Megapixel getan. Die weit verbreitete Vorstellung, mehr Pixel bedeuteten bessere Bilder, ist nun einmal ein großer Irrtum - weniger ist meistens mehr.
Der Displayrand sammelt gerne Dreck ein und gibt ihn nur ungerne wieder her. Man sollte der Kamera darum eine Tasche spendieren.
Zum Einsatz kommen Batterien oder Akkus im weit verbreiteten AA-Format - was den Vorteil hat, daß man nahezu überall und jederzeit Nachschub besorgen kann - und SD-Karten, wobei letztere meist nicht zum Lieferumfang gehört.