Das Pentax 50-135 entspricht dem früher beliebten 2.8/70-200 an analogen Spiegelreflexen. Tatsächlich entspricht die Brennweite 75-202,5 mm an Kleinbild, ist - da es für den APS-Sensor gerechnet ist - aber deutlich leichter und kompakter als die alten 2.8/70-200. Nichtsdestotrotz zieht es mit rund einem Kilogramm Gewicht die Fototasche deutlich nach unten, also nichts zum Immer-dabei-haben und auch auf Reisen wäre es mir zu groß und schwer. Dafür ist die Abbildungsqualität bereits bei Offenblende ohne jeden Fehl und Tadel. Abblenden auf f4 bis f5.6 steigert die Abbildungsleistung laut seriösen Tests geringfügig.
Ich setze es hauptsächlich für Porträts ein, aber es ist für jedes Motiv (Konzert, Theater) geeignet, für das ein lichtstarkes 2.8er Standardzoom zu kurz ist und ein "Super-" oder "Standard-Zoom" zu lichtschwach.
Eine mechanisch sehr stabile Streulichtblende wird ebenso wie ein gepolsterter Köcher mitgeliefert. Das Objektiv ist spritzwassergeschützt, kann also auch bei Regen an einer spritzwassergeschützten Kamera (Pentax K7 z.B.) verwendet werden. Wer das nicht benötigt, weiß zumindest, dass das Objektiv ebenso vor dem Eindringen von Staub und Sand geschützt ist. Die Frontlinse dreht sich nicht, was bei der Verwendung von Polarisationsfiltern (für sattere Farben oder Beseitigung von Spiegelungen) ideal ist.
Das Objektiv hat einen AF-/MF-Umschalter, dessen Sinn sich mir nicht erschließt, da Pentax-Bodies dafür bereits einen dedizierten Schalter haben. Das Objektiv hat einen integrierten Motor, der AF funktioniert also an relativ alten Pentaxen (z.B. K100D oder älter) nicht.
Das Pentax 50-135 braucht beim Scharfstellen auch bei sehr wenig Licht stets nur einen Anlauf (keinerlei Pumpen - zumindest an meiner K7) und ist lautlos.
Der in manchen sogenannten "Fachforen" kolportierte Eindruck mangelnder Schnelligkeit des Autofokus kann auch an der Lautlosigkeit liegen, bei der die Scharfstellung halt sehr unspektakulär vonstatten geht - im Unterschied zu kameramotorfokussierten Objektiven. In der Praxis war es mir noch nie zu langsam. Tatsächlich beträgt die Scharfstellung nur Sekundenbruchteile bis max. ca. 0,5 Sek unter Beleuchtungssituationen, unter denen man ohnehin nicht mehr freihand fotografieren kann.
Wen Größe und Gewicht nicht stören, erwirbt ein optisch wie mechanisch erstklassiges Zoom für den gemäßigten bis mittleren Tele-Bereich. Alternativen sind minimal schärfere/kontrastreichere Festbrennweiten (50er, 70er, 90er), deren Vorzüge durch ihren unveränderbaren Bildwinkel aufgewogen werden. Wer nur bei Sonnenschein fotografiert, kann natürlich auch ein deutlich kleineres und leichteres Reisezoom (50-200, 50-300) nehmen, erkauft sich die Gewichtsersparnis und den größeren Zoombereich jedoch durch Abbildungsmängel (Schärfe, Kontrast, chromatische Aberationen) bei deutlich geringerer Offenblende und mangelnde Freistellungsmöglichkeiten. An dieser Stelle muss sich jeder selbst fragen, ob eine "Superzoom-Kompakte" oder Bridge nicht die bessere Wahl wäre. Eine Pentax Kx oder K7 mit dem hier rezensierten 50-135 können derartige Knipsen nicht ersetzen (besonders nicht in Sachen Available Light/"Schlechtlicht"), haben jedoch den Vorteil ihrer Unauffälligkeit.