Endlich! Als ich gesehen habe, dass es dieses Theaterstück endlich auf DVD gibt, habe ich - um gleich mal Maxi Böhm zu zitieren - "geheult, geschluchzt wie eine Biene" vor Freude. Vor einigen Jahren, als ich mir langsam ernsthaft Sorgen um meine alte VHS-Aufnahme dieses Stücks zu machen begann, habe ich beim ORF angefragt, ob sie mir von dieser alten Übertragung eine DVD machen könnten. Die hätte damals über 100,- gekostet, sodass ich enttäuscht verzichtet habe, aber nun ist ja alles gut.
Ich erzähle kurz den Inhalt, und es wird dabei schnell offenbar werden, welches Potenzial für eine unglaublich komische Darstellung der Geschichte besteht. Und ich sag es gleich, das Potenzial wurde voll ausgeschöpft.
Anfangs finden sich, nach kurzer Einleitung, ein alter Junggeselle (Maxi Böhm, der König dieser Vorführung) und seine Schwester sowie deren zwei Töchter in einem Wiener Cafe. Nach ein paar kleinen vor Witz sprühenden Dialogen und Auftritten (ein pensionierter Major, ein typisch grantiger Wiener Kaffeehauskellner, ein hyperaktiver Weltreisender) unterhalten sich der alte Junggeselle Ladislaus Robitschek und sein junger Neffe, der gerne ein eigenes Geschäft eröffnen möchte. Sein Onkel erzählt ihm von einem geerbten Haus, in dem er eine Nervenheilanstalt unterbringen möchte und verspricht dem Neffen, ihn bei seinem Geschäft finanziell zu unterstützen, wenn dieser wiederum ihn zu Besuch in ein derartiges Nervensanatorium bringt.
Anfangs ablehnend stimmt der Neffe dann doch zu, als ihn ein Freund drauf bringt, den Onkel einfach unter dem Mantel strengster Verschwiegenheit zur Abendgesellschaft in die Familienpension Schöller mitzunehmen, wo eh "lauter Depperte wohnen", und ihm zu sagen, das sei ein solches Haus. Natürlich sollte sich der Onkel nichts anmerken lassen, aber als er dort ankommt, findet er bald ein Riesenvergnügen darin, sich unter anderem mit dem vorhin erwähnten pensionierten Major, dem Weltreisenden, einer aufdringlichen Schriftstellerin, dem Pensionsinhaber und - schauen Sie sich das an! - dessen Bruder, der kein "L" sagen kann, zu unterhalten und sich dabei als einzig Normaler zu fühlen.
Mehr zu erzählen, würde gar nichts bringen, aber ich muss dieses Theaterstück wirklich jedem ans Herz legen. Jedem. Ich habe erst zwei Menschen getroffen, die nicht begeistert waren. Einer davon mag einfach kein Theater, die andere hatte - hier könnte vielleicht bei deutschen Kunden ein kleines Problem auftauchen - ein wenig Schwierigkeiten mit dem doch desöfteren auftretenden österreichischen Dialekt. Aber glaubt mir, das Ding kann man sich unendlich oft ansehen, und das Verständnis wird sicher von Mal zu Mal besser.
Kauft es, seht es. Ich schwöre, ihr werdet mir dankbar sein.