Pendragon, Der Herr der Zeit
Wer sich an die Videorezension "Der Händler des
Todes" erinnert, der weiss, dass ich den ersten
Band aus dieser Serie Anfang 2010 gelesen habe.
Der Verlag "blanvalet" hat Band 1 und Band 2 "Der
Händler des Todes" und "Die verlorene Stadt Faar"
unter dem Sammeltitel "Der Anfang" als
Doppel-Ausgabe herausgebracht.
Obwohl ich Band 2 "Der Händler des Todes" schon im
Mai 2010 in einem Video rezensiert habe, werde ich
den zweiten Band "Die verlorene Stadt Faar" erst
demnächst besprechen können.
Heute möchte ich über den dritten Band "Der Herr
der Zeit" sprechen, der unter dem Sammeltitel
"Durch Raum und Zeit" gemeinsam mit Band 4 "Der
Palast der Illusionen" erschienen ist.
Warum erzähle ich das alles?
Zwischen dem Sammeltitel "der Anfang" (Bd. 1 und
2) und dem Sammeltitel "Durch Raum und Zeit" (Bd.
3 und 4), gibt es offensichtlich einen
Unterschied, den ich nicht unerwähnt lassen will.
Die Übersetzungen vom Sammeltitel: "Der Anfang"
wurden von "Birgit Oberg" gemacht, während beim
Sammeltitel "Durch Raum und Zeit" "Anja
Schünemann" die Verantwortung für die Übersetzung
zeichnete.
Bedauerlich, denn Birgit Oberg, die viel für den
"Heyne Verlag" übersetzt hat, ist meiner Meinung
nach geübt und erfahren in der sprachlichen
Adaption von "Fiction und Fantasy".
Anja Schünemann kenne ich nur über das "Random
House" von Übersetzungen einfacher Romane und
Ratgeber. Ich meine zu glauben, dass man den
sprachlichen Unterschied durchaus wahrnimmt.
Wer ist Bobby Pendragon?
Bobby Pendragon ist ein fast normaler Teenager,
dem eines Tages von seinem Onkel Press seine
Bestimmung unvorbereitet unterbreitet wird.
Bobby ist ein Reisender, der die Welt retten soll.
Bobby muss aber nicht nur seine eigene Welt
retten, er muss gleich 10 Welten - oder wie es in
den Bänden heisst "Territorien" vor dem Untergang
bewahren.
Er wird quasi über Nacht zum Anführer einer Gruppe
von Reisenden erklärt, die in die letze Schlacht
gegen den bösen, brutalen und skrupellosen "Saint
Dane" ziehen muss.
Bobby und die Reisenden kämpfen aber nicht
alleine. Neben seinen Mitreisenden kann Bobby auf
die Hilfe seiner Freunde von der "Zweiten Erde"
(seiner Heimat) bauen.
Seine Freunde "Mark" und "Courtney" sind nicht nur
die Empfänger seiner Journale, sondern werden auch
im Laufe der Geschichte zu den Akkuluthen der
zweiten Erde. Akkuluthen sind die Helferlein, die
im verborgenen die Reisenden mit den nötigen
Dingen auf Ihren Reisen versorgen.
Wichtig sind aber vor allem die Journale, denn die
Journale bilden die Basis der Geschichte. Jedes
Buch besteht aus Bobbys, meist handschriftlichen
Journalen, die er "Mark" und "Courtney" über
seinen magischen Ring zukommen lässt.
Dank dieser Journale bekommt der Leser die
Geschichte aus erster Hand präsentiert.
In diesem Hauptplott, der durch die Journale des
jungen Bobby Pendragon gebildet wird, wurden
einige Nebenhandlungen eingewebt, die für die
Geschichte relevant sind und sich hauptsächlich um
die Akkuluthen drehen. In meiner Rezension möchte
ich darauf weniger eingehen.
Das Buch "Der Herr der Zeit"
Das dritte Buch ist etwas besonderes. Zum einen
steht es unter dem grossen Thema "Versagen", zum
anderen spielt es nicht auf einer fremden Welt,
sondern auf unserer Erde.
Handlungsrahmen ist nicht die Zeit, aus der Bobby
Pendragon stammt. Wir erinnern uns, Bobby stammt
von der "Zweiten Erde" - also einer Dimension in
unserem Zeitrahmen. Die Handlung des dritten
Buches findet aber auf der "Ersten Erde" statt.
Somit führt uns dieses Buch direkt in unsere
eigene Geschichte - sagen wir mal in eine mögliche
Variante der Vergangenheit.
Bobby strandet im "Vorkriegs New York" der späten
30er Jahre. Direkt nach seiner Ankunft verliert er
durch einen dummen Fehler seinen "magischen Ring
und sitzt somit in diesem Territorium fest.
Schnell bekommt Bobby Hilfe von dem Reisenden
dieses Territorium, einem afroamerikanischen
Chefpagen mit dem Namen Gunny, der sich umgehend
Bobby annimmt und ihm sogar einen Job in "seinem"
Hotel besorgt.
Hier merkt man leider, dass das Buch als Kinder-,
und Jugendbuch konzipiert ist. Weder die
Rassenunterschiede, noch die Armut der Zeit werden
thematisiert, was aber der Geschichte keineswegs
den Reiz nimmt.
Trotzdem: Der Leser erkennt die
Zusammenhänge der Zeit sehr schnell und kann die
Parameter "New York, Nazideutschland, Lakehurst,
Hindenburg und Zeppelin" schnell einordnen.
Genau dieser Aspekt macht das dritte Buch so
reizvoll, denn im Grunde wissen wir, was passieren
wird und wir wissen, dass in den uns bekannten und
somit vorhersehbaren Geschehnissen Bobbies Aufgabe
zu finden sein wird.
Jedoch sorgen die Details in der Erzählung dafür,
dass die Handlung rund um die Hindenburg bis zum
Schluss spannend und für den Leser letztendlich
doch unvorhersehbar bleibt.
Der Leser ist sich bis zum Schluss nicht sicher,
ob Bobby wirklich die Geschichte verändern muss
oder ob er das Vergangene bewahren soll - und
genau diese Ungewissheit und der ständige Zweifel
und das abwägen von Argumenten vereint den Leser
mit dem Protagonisten "Bobby Pendragon" in seiner
Unentschlossenheit.
Erwähnenswert in diesem Buch ist die Nähe einige
der Charaktere an den Real-Geschichtlichen
Personen dieser Epoche. Unter anderem lernt man
einen bekannten Schwerkriminellen mit dem Namen
"Max Rose" kennen, der frappierende Ähnlichkeiten
mit "Al Capone" aufweist und genauso wie "Al
Capone" die kriminellen Machenschaften in der
Stadt New York kontrolliert.
Trotz der ungenauen sozialpolitischen epochalen
Darstellung schafft es der Autor - nicht zuletzt
wegen diesem Charakter - gut die Stimmung und die
Lokalfärbung des Ortes "New York" dem Leser
"jugendgerecht" zu vermitteln.
Im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern wirkt
Bobby erwachsener und viel nachdenklicher.
Selbstzweifel, die zu Anfang der Bücher immer
wieder vorangeschickt wurden um sich der einen
oder anderen Aufgabe zu entledigen, werden in den
Büchern 3 und 4 nicht mehr so einfach von Bobby
hingenommen.
Der Leser merkt deutlich, das der Autor die Person
"Bobby Pendragon" durch Verluste und Niederlagen
"wachsen" lassen will.
Im Grossen und Ganzen halte ich das Buch "Der Herr
der Zeit" für ein gelungenes Jugendbuch, das
durchaus von Erwachsenen gelesen werden kann.
Beide Generationen erleben sicherlich einen - wenn
auch nicht lauten - AHA Effekt.
Soviel sei gesagt: Bobby Pendragon erfüllt seine
Aufgabe und trotzdem versagt er in dem Moment in
dem er obsiegt. Für mich war es erstaunlich, dass
in einem Jugendbuch so eine tief moralische und
ethische Situation zwischen den Protagonisten
"verhandelt" wird!
Wie das sein kann und warum Saint Dane Bobby
Pendragon die gesamte Zeit nicht aus den Augen
lässt, erfährt man auf knapp 370 Seiten.
Viel Spass!
Rezension zum vierten Buch!
In dem vierten Roman der Serie 'Pendragon', dem Buch 'Der
Palast der Illusionen' folgt der junge 'Pendragon' seinem
Widersacher 'Saint Dane' auf den Planeten Veelox.
Der Heimatplanet der dort ansässigen Reisenden 'Aja' ist ein
hochmoderner Planet, der von einer technikverliebten
Reisenden beschützt werden soll.
Diese junge Reisende will auf
keinen Fall, dass 'Bobby Pendragon' auf ihrem Territorium
verweilt ' vor allem will sie nicht seine Hilfe! Frei nach
dem Motto Hochmut kommt vor dem Fall versucht Sie immer
wieder 'Bobby' ihre Überlegenheit zu präsentieren.
MacHale hat es durchaus geschafft den, im vorangegangenen
Buch 'gereiften' Bobby manchmal wieder unsicher und ohne
Selbstbewusstsein stehen zu lassen.
Jedoch wird Bobby schnell klar, das Veelox schon verloren zu
sein scheint und das die Reisende von Veelox durch ihre
Arroganz das ganze noch schlimmer gemacht zu haben scheint.
Dieses Buch hat
einige Parallelen zu uns bekannten Szenen aus dem Film
Matrix. Ohne der Geschichte vorweg greifen zu wollen: Die
Menschen auf Veelox leben in einer künstlichen Welt.
Alle liegen in Sarkophagen in riesigen Pyramiden in mitten
der Städte und haben Ihr Bewusstsein in eine ganz eigene
Phantasiewelt transferiert.
Es gibt keine Interaktionen zwischen den einzelnen Menschen.
Jeder existiert in seiner eigenen Phantasie alleine!
Bobby muss den Erfinder dieser Technik aus seiner ganz
eigenen Welt reissen um ihn zu überzeugen, dass er die
Pyramiden neu starten muss. Der Neustart ist notwendig, weil
ein, durch 'Aja' eingebrachter Realitätsbug durch Saint Dane
so angepasst wurde, dass er den Menschen in Ihrer eigenen
Fantasie gefährlich werden kann.
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