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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Thukydides, unser Kronzeuge für den Peloponnesischen Krieg,
Von Maret "mih2" (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Peloponnesische Krieg (Die Bibliothek der alten Welt) (Gebundene Ausgabe)
Bei der hier vorliegenden Ausgabe handelt es sich um die beste Übersetzung von Thukydides` Geschichtswerk, die derzeit in Deutschland erhältlich ist. Auch (meine) Geschichtsprofessoren empfehlen sie wärmstens. Die Übersetzung beinhaltet alle 7 Bücher des Thukydides. Über den historischen Wert dieser Schrift gibt der Verfasser Thukydides, der von ca. 460 bis 400 v. Chr. lebte, selbst Auskunft: Im 22. Kapitel des ersten Buches weist Thukydides explizit darauf hin, dass er nicht alle Reden, die er wiedergibt, selber gehört hat und das er sich darauf beschränkt, jedweden das sagen zu lassen, was seiner Meinung nach der Sache angemessen ist. Er verspricht jedoch, sich um Originaltreue zu bemühen. Somit lässt sich festhalten, dass Thukydides den Inhalt der von ihm wiedergegebenen Reden nach seiner Auffassung und unter dem Eindruck der Niederlage Athens formuliert und interpretiert hat. Dennoch gilt Thukydides heute als der Vater der Geschichtsschreibung und als unser „Kronzeuge" für den Peloponnesischen Krieg. Thukydides erlaubt uns einen Einblick in die Denkweise der Athener und der Spartaner und gibt Auskunft über Konflikte und Schlachten, über Siege und Niederlagen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Analytiker der historischen Verstrickung,
Von Peter Weber "pwb" (Pisa, Italien) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Peloponnesische Krieg (Die Bibliothek der alten Welt) (Gebundene Ausgabe)
In angelsächsischen Ländern gehört Thukydides zum Kanon der liberalen Bildung, eine Pflichtlektüre in vielen Studiengängen. In Deutschland, einst das Mutterland der Antikenbegeisterung, fristet er dagegen seit langem ein Schattendasein. Das ist schade, denn es gibt bis heute kaum einen besseren Lehrmeister, wenn es darum geht, die globalen Wirkkräfte unserer chaotischen Welt zu verstehen. Gilt Herodot als "Vater der Geschichte", so muss man Thukydides gleich eine ganze Reihe von Ehrentiteln zugestehen, ganz sicher als Vater der wissenschaftlichen Geschichtsforschung und Begründer der kritischen Politikwissenschaft. Thomas Hobbes nannte ihn deshalb den "politischsten Historiker, der je geschrieben hat".Das Problem bei Thukydides ist indes seine extreme Verdichtung, die in Verbindung mit dem komplexen Kriegsgeschehen die Lektüre zu keiner ganz einfachen Übung macht. Schon Cicero kritisierte die Komprimierung und Komplexität seines Buchs, indem er behauptete, es enthalte fast genauso viele Gedanken wie Wörter. Aus diesem Grund braucht der Anfänger eine Anleitung, um sich auf das Werk einzulassen. Empfehlenswert ist etwa zunächst eine Konzentration auf die signifikantesten Passagen, etwa die Pathologie (der Sittenverfall im Krieg III, 82), den Melier-Dialog (ab V, 84) und die Sizilische Expedition (die Bücher VI und VII). In diesen Teilen des Gesamtwerks wird der Leser bald merken, dass Thukydides nicht nur ein scharfer Denker, sondern auch ein großer mitfühlender Dramatiker war. So gibt es in der Weltliteratur keinen tiefschürfenderen Text zur Philosophie der Macht als den Dialog der Athener mit den von ihnen belagerten Bewohnern der Insel Melos. Und seine Schilderung der athenischen Katastrophe vor Syrakus wurde von Thomas Macaulay mit Recht als das "non plus ultra of Human Arts" bezeichnet. Eine packendere und zugleich klarere Darstellung der Verstrickungen auf dem Weg zur historischen Katastrophe wird der Leser auch in modernen Geschichtsmonografien kaum finden. Die vorliegende Ausgabe bietet eine kompetente und nicht übermäßig lange Einführung in das Werk und ein umfangreiches Register. Die Übersetzung von Georg Peter Landmann ist gut verständlich und angemessen, wobei die berüchtigten Schachtelsätze mancher Reden etwas entflochten wurden. Schmerzlich vermisst wird dagegen ein Kartenwerk, ohne das die komplexen Kriegsoperationen oft nur schwer nachvollziehbar sind. Als ideale Ergänzung zur vorliegenden Ausgabe sei daher der Band Die Demagogen: Der Untergang des Attischen Reiches empfohlen, der neben einer dramatischen Aktualisierung und Fortführung des Geschehens bis zum Ende des Konflikts auch umfangreiches Kartenmaterial zu den wichtigsten Schlachten des Krieges bietet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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