Annie Wangs Peking Girls ist eines der Bücher, die ich regelrecht "verschlungen" habe - obwohl ihr Schreibstil etwas ungewöhnlich ist, da sie in Gegenwart schreibt und das Buch sich ein bißchen wie ein Tagebuch liest.
Die Erzählerin und Hauptperson in diesem Buch ist Nuinui, eine Chinesin, die aus wohlhabenden Verhältnissen kommt und nach einigen Jahren in den USA wieder in ihre Heimat zurückkehrt. Sie erzählt von ihren alttäglichen Problemen, die sie als "Auslandschinesin" hat, und auch von den Sorgen ihrer Freundinnen, die alle mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert sind. So ist zum Beispiel CC eine in England aufgewachsene Chinesin, die nicht so recht weiß wo sie hingehört - fühlt sie sich nun als Britin oder Chinesin...
Dann gibt es noch Lulu und Beibei, die beiden längsten Freunde von Nuinui.
Annie Wang vermittelt einem in ihrem Roman das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein. Sie beschreibt wunderbar die "etwas anderen" Probleme in der chinesischen Mittel- und Oberschicht, und die "etwas anderen" Umgangsweisen in der chinesischen Geschäftwelt.
Da sich das Geschehen eigenlich nur in chinesischen oder amerikanischen Großstädten abspielt, bekommt man natürlich von den viel schlimmeren Problemen am Land nichts mit. Aber dafür gibt es andere gute Literatur.