Die Box ist ziemlich stabil, aber nur zu gut zwei Dritteln mit Material gefüllt. Das Innenleben ist etwas ungeschickt konstruiert und reißt leicht ein, was aber zu verschmerzen ist. Leider gibt es keine Fächer für die verschiedenen Kartenarten. Die Spielregel ist ebenso dünn wie kurz, die drei Eigenschaftswerte werden überwiegend auf den Charakterkarten erklärt. Prinzipiell funktioniert die Spielanleitung trotz ihrer Kürze, da das Spiel wirklich einfach aufgebaut ist. Trotzdem beinhaltet sie ein paar etwas unklare Formulierungen und ist nicht sehr sinnvoll aufgebaut; schnell etwas zu finden ist auch fast unmöglich.
Ein Beispiel: Dass man bei der Zielsicherheit den Wert halbiert und aufrundet, ist nur einmal vermerkt; auf der Charakterkarte steht dazu nur, dass man zwei Schüsse mit dem Wert 4 hat. Normal sind ein Schuss je Runde, sodass man vermuten könnte, nur mit dem Wert von 4 wären zwei Schüsse möglich, was aber nicht richtig ist - auch mit einem Wert von 3, der aufgerundet wird, hat man zwei Schüsse.
Nicht optimal gelöst ist die Abnutzung der Rüstungen. Hat eine Rüstung einen Wert von 2 und bekommt einen Punkt Schaden, muss der Spieler sich das merken; denn es gibt dafür weder Marker noch eine abwischbare Fläche.
Letztlich steht alles irgendwo, aber oft versteckt oder eher indirekt. Letztes Beispiel: Die Standardpistole zählt nicht zu der zulässigen Gesamtmenge an Waffen. In der Anleitung steht "Du darfst jedoch nicht mehr Waffen im Spiel haben, als deinem aktuellen Lebenswert +1 entspricht". Im Spiel sind aber nur Karten, die vor einem liegen, also weder Handkarten noch die Standardpistole, denn die ist ja automatisch vorhanden und hat keine Karte, sondern steht auf den Charakterkarten.
Die Charakterkarten sind im Übrigen nicht allzu hübsch, aber abwischbar und auch ansonsten funktionell. Blut-, Patronen- und Waffenmarker sind stabil und funktionell und in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Spielkarten sind von ausreichender Dicke und bieten eine ansehnliche Anzahl an Waffen, Gadgets und Spezialkarten. Gelungen ist das sehr stabile zweiseitige Spielbrett, das einmal eine sehr offene und einmal eine verwinkeltere Spielfläche zeigen.
Fazit: Die Spielanleitung könnte besser sein, aber nach ein paar Runden hat man die Regeln intus und kann den nur bedingt sinnvollen Aufbau der Anleitung verschmerzen; zusätzlich wird einem bei Fragen schnell im Pegasus-Forum geholfen.
"Gold Edition" lässt zwar etwas mehr vermuten, aber für den Preis geht das Spiel völlig in Ordnung, es sind ja schon Dinge dabei, die oft fehlen. Abwischbare Charakterkarten sind jedenfalls eine sehr gute Idee. Es fällt schwer, sich einen Ego-Shooter als Brettspiel vorzustellen, die Testspiele hinterließen aber begeisterte Spieler. Wer Ego-Shooter und konfrontative Brettspiele mag und nicht immer nur über LAN oder Skype mit seinen Mitspielern verbunden sein will, sollte sich "Frag" einmal anschauen. Man darf gespannt sein, was noch an Erweiterungen folgt, denn einiges ist denkbar.