"Kings & Things" ist ein selten schräges, taktisch interessantes und wahnsinnig spannendes Spiel. Schon aus dem Anleitungsheft kann man den Witz und Humor des Spiels herauslesen und auch beim Spielen selbst wird vieles nicht so eng genommen. Ernster jedoch haben die Spielmacher das mitgelieferte Material genommen. Selten hat man in einem Spiel eine solche Fülle unterschiedlicher Gegenstände gesehen. Da gibt es Münzen für die Währung, Karten für die unterschiedlichsten Lebewesen, Ereignisse und Helden, Geländefelder, aus denen das Spielfeld gebildet wird, Wappenmarken aus poliertem Holz, kleine Festungsfiguren und aufstellbare Sichtschirme für die Spieler. Alles ist hochwertig gefertigt und wird vielen und langen Spielrunden Stand halten. Das einzige Problem dabei ist, dass die Spielschachtel fast zu klein für die Fülle an Spielmaterial ist.
Insgesamt dürfen bis zu vier Spieler an einer Partie teilnehmen. Wie lange ein Spiel dauert, ist schwer vorherzusehen und hängt von der Hartnäckigkeit der Spieler ab, doch sicher wird es nicht kürzer als eine Stunde sein. Jeder Spieler besitzt die gleichen Chancen. Zusätzliche Dinge fürs Spiel (das sind Ereignisse, neue Wesen oder Einkommensmarken) werden verdeckt aus dem Dingebeutel gezogen. Lediglich mit Gold dürfen weitere Dinge erkauft werden, die aber ebenfalls verdeckt gezogen werden. Diese geben dem Spieler, sofern sie im Spielfeld eingesetzt werden, Vorteile im Sinne von Vergrößern der eigenen Armee, Erweiterung der Einkünfte oder die Möglichkeit, anderen Spielern Steine in den Weg zu werfen. Für erobertes Gelände und darauf befindliche Gebäude gibt es Geld. Also ist die Eroberung neuer Gebiete ein vorrangiges Ziel. Hinzu kommt, dass man lediglich Wesen in seiner Armee besitzen darf, wenn man eine für sie typische Geländeart besitzt. Da die Karten jedoch verdeckt gezogen und nur beim Kampf aufgedeckt werden, kann man so lange bluffen und sich nichts anmerken lassen, bis ein Gegenspieler den Fehler bemerkt. Dann jedoch wird das Wesen vom Spielfeld genommen. Merkt niemand den Fehler, hat man als Spieler Glück. Gleiches gilt bei der Regel, dass lediglich höchstens zehn Dinge-Marken hinter dem Sichtschirm aufbewahrt werden dürfen. Überprüfen müssen dies jedoch die Mitspieler.
Aus diesem Grund ist es nicht nur nötig, Taktik bei "Kings & Things" einzusetzen, sondern auch ein gewisses Kalkül zu besitzen und ungeniert bluffen zu können. Denn zu tricksen ist erlaubt, solange niemand es bemerkt. Großen Wert besitzen die einzelnen errichteten Festungen auf dem Spielfeld. Sie können mit Gold immer weiter ausgebaut werden, bis sie die Größe einer Zitadelle besitzen. Festungen werden bei Beschädigungen jedoch wieder heruntergestuft. Wer also hochrangige Gebäude besitzt, darf damit rechnen, mächtige Angriffe von Gegnern abwehren zu müssen, die verhindern wollen, dass man eine Zitadelle errichtet und damit das Spiel gewinnt. Je nach Spielablauf kann so das Spielglück lange Zeit hin und her wogen, so dass sich Partien manchmal stundenlang hinziehen können. Stören tut das jedoch nicht, denn das Spiel ist so abwechslungsreich und fordernd, dass es eine Menge Spaß macht, um die Königswürde zu kämpfen.
"Kings & Things" ist ein Strategiespiel, das sich selbst nicht sehr ernst nimmt, dabei jedoch eine komplexe Spielweise erlaubt, die für spannende und taktikreiche Züge sorgt. Viel Witz und Humor also, der um ein forderndes und äußerst unterhaltsames Spiel gekleidet ist.