„Peeping Tom" - Seit Jahren angekündigt, endlich eingetroffen. Das neueste musikalische Projekt des umtriebigen Ex-Faith No More-Fronters Mike Patton (Mr. Bungle, Fantomas, Lovage, Tomahawk, General Patton vs. X-Ecutioners, Kaada/Patton, uva.) steht Ende Mai endlich in den Läden. Ich hatte jetzt schon die Möglichkeit einmal reinzuhören. Fazit: Vielleicht nicht die - von vielen erhoffte - Faith No More-Nachfolgescheibe, aber teilweise verdammt nah dran. Patton selbst bezeichnet „Peeping Tom" als sein Pop-Album; als Musik, die er selbst gerne „im Radio hören würde". Doch ganz so eingängig ist das Album dann doch nicht geworden. Patton bleibt immerhin Patton und verliert auch hier nicht seinen Hang zum musikalischen Experiment. Ganz allgemein gesagt könnte man „Peeping Tom" als „Faith No More minus Gitarren plus Elektronik/HipHop-Beats" bezeichnen. Wer „Are you down with it?", Pattons Gastauftritt auf dem letzten Handsome Boy Modeling School-Album „White People" kennt, der ahnt die Richtung. Am auffälligsten bei "Peeping Tom": Patton schreit weniger, singt mehr und klingt dabei annähernd wie auf den letzten FNM-Alben. Auch die Songs erinnern am ehesten an FNMs „Album of the Year". Nachvollziehbare Strukturen, Strophe-Refrain-Strophe: Das ist man von Patton in dieser Form schon gar nicht mehr gewöhnt. Für die Beats sorgen die Gaststars: u.a. Dan the Automator, Amon Tobin, Massive Attack. Das Album hinterlässt trotzdem einen sehr homogenen Eindruck.
Bei alledem fehlt dennoch wohl der „ganz große Hit". Einige Songs, wie zum Beispiel die auf dem Papier sehr spannend klingende Zusammenarbeit mit Norah Jones und Bebel Gilberto, enttäuschen sogar ein wenig (das Nonplus-Ultra für Patton-Duette bleibt weiterhin „Lovage"). Spannend ist „Peeping Tom" jedoch auf alle Fälle, Patton-Fans dürften mehrmals „feuchte Augen" bekommen, doch die Geschichte der Popmusik muss nach „Peeping Tom" nicht neu geschrieben werden. Das hebt sich Patton wohl für später auf.