"Pedals" ist das Comeback einer Band, die ja eigentlich nie so richtig weg war. Trotzdem liegt ihr Debüt und gleichzeitig einziger Longplayer "United by Fate" nun schon mehr als neun Jahre zurück. Mit Spannung dürfte also nun erwartet werden, wie sich der Zweitling einer Band im Jahre 2011 anhört, deren Köpfe einst maßgeblichen Einfluss auf die 80/90ger Posthardcoreszene ausübten. Und wenngleich Rival Schools schon damals mehr Indie als Emo waren und mehr Punk als Hardcore ausbluteten - ihre Wurzeln und die Ablehnung post-moderner Subgenres flossen ihnen dennoch hörbar durch sämtliche ihrer Venen.
"Pedals" versucht sich glücklicher Weise nicht zwanghaft am Debüt festzukrallen, Songs wie die Single "Shot After Shot", "Eyes Wide Open" oder "Big Waves" hätten wohl dennoch getrost ihren Platz auf "UBF" gefunden. Der Rest ist zwar immer noch alles andere als Kinderklique Sonnenschein, zeichnet sich jedoch durch eine enorme Leidenschaft und Unbekümmertheit aus. Neben Schreifels charismatischer Stimme, die einem - zwischen Wehmut und Verzweiflung pendelnd - unentwegt Erpelpelle über die Haut jagt, ist es vor allem Gitarrist Ian Love, der hier eine lockere Melodie nach der anderen aus dem Handgelenk schüttelt. "Racing to Red Lights" und "A Parts for B Actors" stehen der Popballade in nichts nach. Steht ihnen aber verdammt gut und sollte dies auf den berüchtigten Zahn der Zeit, der an ihnen nagte und somit mehr Helligkeit und Schwung in die Sache gebracht hat, zurückzuführen sein, kann ich nur sagen - er hat den richtigen Nerv getroffen.
8/10