Pecker ist Hobbyfotograf aus Leidenschaft. Alles was ihm vor die Linse kommt, wird abgelichtet - wirklich alles!
Motive stehen ihm reichlich zur Auswahl - sei es die Schwulenbar seiner Schwester, in der sich alte Herren "teebeuteln" lassen, sei es sein kleptomanischer Freund oder die gute Omi, die im Umgang mit ihrer Marienstatue zwischen christlichen Fanatismus und wahrer Bauchrednerkunst wandelt.
John Waters ist mit "Pecker" nach seinem Vorgänger "Serial Mom" wieder ein herrlich schräger, gesellschaftskritischer Hit gelungen.
Pecker, gespielt von einem glänzend schläfrig dreinblickenden Edward Furlong, wird per Zufall von einer New Yorker Galeristin entdeckt. Sie findet nicht nur an seinen Fotos Gefallen und macht Pecker über Nacht zum neuen Star der New Yorker Kunstszene. Eine Entwicklung, der Pecker zunächst viel Gutes abgewinnen kann, bis die Medien dazu übergehen, Peckers soziales Umfeld für allerlei fragwürdige Reportagen zu missbrauchen. Die Familie des "Hinterwäldlers" wird zum Objekt des öffentlichen Interesses, was an der Familie nicht ohne Schäden vorbeigeht...
Insgesamt eine rundum gelungene Gesellschaftssatire, die besonders durch die schrägen Charaktere zu überzeugen weiß.
Leider nur vier Sterne, weil man sich gerade als Filmfan ein Mindestmaß an Extramaterial gewünscht hätte.