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Der umherstreunende Jugendliche, anscheinend bestens vertraut mit sämtlichen Anwesen der Gegend und den Geheimnissen ihrer Bewohner, erweist sich als Finger in der Wunde von Lüge und Verdrängung. Auch im Leben der Mecklins, das im Idyll des ländlichen New York schleichend abhanden gekommen war. Um sie herum tobt gleichermaßen der Niedergang (mit der Nachbarin Martha, einer Alkoholikerin, liefert Fox nur eines von zahlreichen schaurig-schönen Porträts suburbanen Wahnsinns). Der verstockte Ernest, eines Tages von George beim Herumschnüffeln im Haus ertappt, hatte seinen Erzieher gefunden. Emma ist wenig begeistert.
Man ahnt, weshalb der schonungslose Realismus, den Paula Fox bereits in ihrem Erstling von 1967 anschlug, damals kein durchschlagender Erfolg war. Fox' Figuren kleben in einem Morast von Sinnleere und Antriebslosigkeit, klammern sich in längst verdorrten Ehen aneinander, hängen an der Flasche, sind Opfer der Arbeitslosigkeit. Zu Zeiten von Vietnamkrieg und Hurrapatriotismus konnte Amerikas Öffentlichkeit anscheinend nichts weniger brauchen als diese gnadenlos durchgezeichnete, vermüllte und verregnete Schwarz-Weiß-Welt, in der Fox' Personal auf der Suche nach Erfüllung ziellos umherirrt.
Ein Klassiker, fast vergessen, nun rehabilitiert. Der beklemmende Sittenspiegel eines 60er-Jahre-Amerikas wurde, mehr als 30 Jahre nach seiner Entstehung auch von Jonathan Franzen (seit seinen Korrekturen anerkannter Fachmann im Ausloten menschlicher Abgründe) in allerhöchsten Tönen gelobt. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Eines Tages kommt George heim und erwischt einen Eindringling im Haus, Ernest Jenkins, einen in dieser Gegend herumstreunenden Jugendlichen, der zum Zeitvertreib in fremden Häusern herumlungert. Offenbar kein Dieb, sondern einer, der die Schule geschmissen hat, weil er sitzenblieb. Für George ein gefundenes Fressen, sein Pädagogenblut in Wallungen zu bringen, dem Leben noch einen Sinn zu geben. Er bietet an, sein Erzieher zu werden. Ernest kommt oft ins Haus und George lehrt ihn Shakespeare, Trigonometrie und vieles mehr - das alles zum Missfallen seiner Frau. Sie wirft ihn Leichtgläubigkeit vor. Ernest liefert Anlass zum Streit und eines Tages ist ihr Radio verschwunden.
Nur an wenigen Stellen des Romans können wir ahnen, dass die Menschen, von denen Paula Fox erzählt, ein Spiegelbild der amerikan. Gesellschaft der sechziger Jahre darstellen sollen. So verkündet ein Herr großschnäuzerisch auf einer Party "...ich bin hier, um ihnen zu verkünden, daß dieses Land vor die Hunde geht". George's Schwester findet ihr Glück nicht, die Nachbarin ertränkt sich im Alkohol usw. Die Autorin schafft ungeheuer gekonnte Dialoge, sie lässt uns die Menschen hautnah miterleben, nur Ernest bleibt ziemlich undurchsichtig und auf den letzten Seiten kommt die Sache auf den Punkt "Armer George! Ich nehme an, Du hast genauso viele Probleme wie wir alle."
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