Die Songs wurden um die Jahreswende 70/71 sehr oft im Radio gespielt.
Die Platte ist so gut, auch wer Janis Joplin sonst nicht mag oder keinen Bezug zur Hippie-Zeit hat sollte sie sich anschaffen. Die Kompositionen sind superb und ansprechend eingespielt von der "Full Tilt Boogie Band", die fiebrige Hammondorgel und das Piano verleiht den Tracks noch mehr Ausdruckskraft.
- "Me and Bobby MacGee" war als Single so erfolgreich, daß es sich lange in den süddeutschen Schlagern der Woche hielt
- "My baby" ist eine ihrer besten Gesangsleistungen, fast gospelartig mit Chor.
- "Cry Baby" ist ähnlich
- "Move Over" ist von Janis selbst komponiert, beginnt mit "You say its over ...", ziemlich hartes Gitarrenriff.
- "Get a While you Can" hat eine ähnlich traurig-prophetische Zeile ("we may not be here tomorrow"), ein ruhiges Piano leitet den Song ein, der sich immer mehr steigert. Wenn ich auch die "live fast-die young" Botschaft strikt ablehne und zu ihrem Leben wenig Bezug habe, mein Lieblingstrack ihres Schaffens.
- "Half Moon" hat eine ebenfalls starke Melodie, die man zeitlebens nicht vergißt.
- "Buried Alive in the Blues" wurde ohne Janis Stimme als letzter Track mitgeschnitten. Sie war gerade bei der Aufnahmevorbereitung und starb am gleichen Tag an einer versehentlichen Überdosis Heroin in ihrem Zimmer des Landmark Hotels, wo sie einen langen roten Rock trug (der gleiche wie auf dem Cover?).
Ihr Tod ging damals den Jugendlichen wie Erwachsenen sehr nahe, war Anlaß in den Schulen vor betroffenen Lehrern und Schülern vor einem Lebensstil wie dem ihren zu warnen. Man sollte sich aber deshalb von "Pearl" nicht runterziehen lassen und das schöne Vermächtnis in einer intimen Stunde seiner Freundin mal vorspielen. Selbst ein langweiliges Zimmer wird sogleich von Emotionen bereichert, mal ausprobieren. Der Tip steht übrigens auch in einem "Partnerschaft, gewußt wie (oder so ähnlich)" Buch.