Pearl Jam zeigen sich in diesem Konzert in Höchstform. Wie immmer bei ihren Live-Konzerten wurde auch hier eine eigene Setlist zusammengestellt, die wieder für einige Überraschungen sorgt. Gastauftritte von Ben Harper und den Buzzcocks lockern das Line-Up immer wieder auf, schnelle Stücke wie ,Last Exit' oder ,Do The Evolution' werden von sanften Balladen wie ,Betterman' oder ,Thumbing My Way' abgelöst. Es ist beeindruckend, wie die Band ihren CD-Sound auf die Bühne bringt, ohne die Songs einfach zu kopieren. Sie lässt genug Raum für spontane Einfälle, längere Soli und Noise-Ausbrüche, ohne jemals den Faden zu verlieren.
Die Aufnahmequalität ist sehr gut. Jeder Musiker ist oft in Nahaufnahmen zu sehen, und trotzdem hat der Zuschauer immer den Überblick, was auf der gesamten Bühne passiert. Gelegentliche Pausen werden von Eddie Vedder immer souverän überbrückt, seine Ansagen und Kommentare sind gut verständlich. Überhaupt ist er gut bei Stimme und bekommt auf die Höhen ohne Anstrengung - sollte da der Rotwein ein bisschen nachgeholfen haben, den er während des Konzerts auch im Publikum kursieren ließ? Doch spätestens die unvermeidliche Zigarette hat sicher wieder alles zunichte gemacht. Der Mann ist schlicht ein Vulkan, und ein sympathischer noch dazu. Er wirkt neben seinen Mitstreitern immer noch wie ein lausbübischer kleiner Junge - der aber immer genau weiß, was er tut und wie weit er gehen kann.
Die Specials enthalten ein klasse Video zu ,Bushleager' mit Bush-Masken (die natürlich misshandelt werden), Szenen von der Tour, Ausschnitte aus anderen Konzerten und beobachten teilweise einen Musiker während eines ganzen Songs.
Alles in allem eine absolut gelungene Zusammenstellung, die jedem Fan nur zu empfehlen ist. Wer sich ein Bild von der Band mit einem Querschnitt ihrer Musik machen will, wird hier gut bedient, auch wenn einige der bekannteren Songs fehlen mögen.