Beim Ansehen des Films "Pearl Harbor" hatte ich den Eindruck, dass die Macher des Films ähnlich wie bei einem Kochrezept nach dem Motto: "Man nehme..." vorgegangen sind.
Man nehme also:
Eine anrührende Liebesgeschichte, eine Dreiecksbeziehung als Hintergrund vor einer historischen Begebenheit, dazu ein Staraufgebot und spektakuläre Actionszenen und visuelle Effekte. Mit all diesen Zutaten erhält man dann... leider doch nicht einen ähnlichen Erfolg wie es z.B. bei "Titanic" der Fall gewesen war. Dabei sind die visuellen Bilder des Films und das Actionfeuerwerk während des Angriffs wahrhaft gigantisch!!! Dennoch hat man als Zuschauer den Eindruck, dass man bewusst auf effekthascherische Art und Weise manipuliert werden soll, und daran ist meiner Meinung nach vor allem die musikalische Untermalung des Films schuld.
Denn wenn man dem Film nicht ganz zu Unrecht vorwirft "kitschig" oder übertrieben "patriotisch" zu sein, so hätte die Filmmusik diese Gefahr verringern können. Das tut sie jedoch gerade nicht, im Gegenteil: Hans Zimmers Musik unterstreicht die Liebesgeschichte mit schmalzigen, zuckersüßen Sounds, so dass sie verkitscht wirken -- dabei spielen Kate Beckinsale und en Afflek durchaus überzeugend. Ähnlich während den Actionszenen: Statt den Schrecken des Angriffs und der Gewalt zu unterstreichen, wird der Zuschauer überwiegend mit einer heldenhaften Musik bombadiert, die den Eindruck vermittelt, als sei "Krieg" etwas heldenhaftes. Weniger patriotische Musik, oder Stellen, in denen die Musik schweigt, wäre da sicher besser gewesen.
So ist ein Film entstanden, der auf der visuellen Ebene zu empfehlen und dessen Story durchaus auch unterhaltsam ist, der jedoch leider an der Oberfläche bleibt. Hinterher hat man dann einen Actionfilm mit seichter Liebesgeschichte in Erinnerung, leider jedoch nicht mehr.