Egal ob Football, Martial Arts, Baseball oder Boxen,es gibt beinahe eine normative Poetik für einen Sportfilm:
Mannschaft oder Athlet sind entweder schlecht oder treffen auf einen besseren Rivalen, das eigene Unvermögen ruft eine tiefe Krise hervor und ein von irgendwo hergekommener Trainer verhilft dem/den Protagonist/en zum Sieg, alles prima, supertoll, klasse, gigantisch, aber auch prima. Und natürlich toll.
Könnte so auch auf diesen Film appliziert werden, wenn da nicht...
Dan, der Hauptdarsteller ist ein erfolgreicher Sportler und trainiert für die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Laut eigener Aussage ist er unglaublich gut in seinem Sport, bekommt nur Einser Noten und muss nur dann alleine schlafen, wenn er das wirklich möchte.
Aber genau schlafen, das kann er nachts nicht, irgendetwas fehlt ihm.
Auftritt: Socrates (Nick Nolte), den richtigen Namen erfahren wir nie, Dan nennt ihn so.
Die Krise für den Protagonisten besteht aus einem Autounfall und der Aussicht, nie wieder richtig an einem Wettkampf teilnehmen zu können.
Ein schlimmer Schlag für einen arroganten, egozentrischen Vollblutathleten.
Und da wären wir auch schon bei dem, was diesen Film, bzw. den Ansatz von anderem unterscheidet:
In der Welt des Sports, per Definition eine Wettbewerbsumgebung in der nur der Schnellste oder Stärkste zählt, definieren sich eben die Menschen innerhalb dieser Welt auch nur über ihre Leistung, so auch Dan
Der Film greift Millmans Romanansatz auf und verbildert den Ausstieg aus dieser Leistungsorientierung.
Dan, diesmal wieder der Protagonist, muss und will lernen, wie man Kraft aus sich selbst erzeugt, nachdem der Unfall weitere Sportliche Leistungen verhindert. Wie man Antworten für sich findet, ohne auf angelesenes oder doktriniertes Wissen zurückzugreifen. Dan lernt, den Müll aus seinem Kopf zu räumen und seinen Verstand frei zu machen.
Er muss begreifen, wie er sich selbst neu definieren kann, jetzt, da seine Hauptausdrucksform seines Selbst, der Sport, Einschränkungen unterliegt.
Der Film ist sicher ungewohnt bis märchenhaft für rational denkende Menschen, aber selbst der abgebrühteste Zahlenjongleur bekommt vielleicht einen neuen Denkanstoß, gewisse Statuten zu hinterfragen und einen besseren Zugang zu sich selbst zu schaffen.
Selbstfindern und -suchern lege ich diesen Film jedoch bedingungslos ans Herz.
Der Roman ist gut umgesetzt und die Stimmung wird durch eigene Ergänzung von Regiesseur und Drehbuchschreiber sogar noch erweitert.