Bereits mit ihren ersten beiden Alben CONSPIRACY IN MIND (2005) und WAVES OF VISUAL DECAY (2006) haben die Norweger COMMUNIC für gehöriges Aufsehen gesorgt und die Metal-Welt im Sturm erobert. Kritiker bemängelten dabei immer wieder Mal, dass COMMUNIC zu sehr nach NEVERMORE klängen, obwohl COMMUNIC-Sänger/Gitarrist/Songwriter ODDLEIF STENSLAND standfest behauptet, die US-Metaller gar nicht zu kennen. Den NEVERMORE-Vergleich weredn COMMUNIC aber alleine schon deswegen nicht loswerden, weil STENSLAND einfach klingt, wie der seit der Geburt verschollene Bruder von NEVERMORE-Shouter WARREL DANE.
Sei's drum, nun liegt mit PAYMENT OF EXISTENCE der mittlerweile dritte Longplayer vor und es gelingt dem Trio aus dem hohen Norden ein wenig mehr Eigenständigkeit zu demonstrieren. So fügen COMMUNIC ihrem technischen anspruchsvollen, teilweise fast proggigen, Metal einige Speed-Elemente hinzu. Und so präsentieren COMMUNIC erneut, wie moderner Metal klingen sollte. Die Stücke sind episch angelegt, voller Breaks und Tempo-Wechsel, geprägt von Klasse-Riffs, die STENSLAND gerne durch Arpeggios auflockert. Der Bass von ERIK MORTENSEN ist mehr als nur ein solides Fundament, er setzt auch manchmal melodiöse Akzente, dazu das starke Drumming von TOR ATLE ANDERSEN und man fragt sich, warum andere Bands teilweise fünf Leute brauchen, um einen solchen Sound zu schaffen. Über all dem herrlichen Inferno von schneidenden Gitarren, groovenden Bässen und Drums thront die schaurig-schöne - meist gedoppelte - Stimme von STENSLAND.
Ein weiterer Pluspunkt ist das weiterhin extrem starke Songwriting der Norweger. Das dritte Album in Folge ohne einzigen Ausfall, dass soll COMMUNIC erst mal einer nachmachen - geschweige denn ein Newcomer. Dabei erweisen sich COMMUNIC als wahre Meister der Komplexität, hier dürfen sich Songstrukturen und musikalische Ideen entwickeln und bekommen den dementsprechenden Raum eingeräumt. Insofern fällt es auch schwer einen einzelnen Song hervorzuheben (auch wenn bereits der Opener ON ANCIENT GROUND ein wahres Fanal ist), der für das gesamte Album stehen könnte. Auch reichen die häufig gewährten 30 Sekunden Anspielzeit nicht, um diese Musik auch nur ansatzweise zu erfassen, geschweige denn in ihrer ganzen erhabenen Schönheit zu begreifen. COMMUNIC zwingen den Hörer dazu, sich eingehend mit der Musik zu beschäftigen. Und dafür wird man dann reichlich belohnt.
Produziert wurde PAYMENT OF EXISTENCE wie schon die Vorgänger von JACOB HANSEN, der es versteht die Musik von COMMUNIC zugleich unglaublich heavy aber auch sehr transparent zu machen. Das ist auch nötig bei einer Band, die abwechselnd wie eine Wall Of Sound daher kommt und im nächsten Moment aber wieder sehr differenziert aufspielt.
Summa Summarum: COMMUNIC werden auch mit PAYMENT OF EXISTENCE den Vergleichen mit NEVERMORE nicht entkommen. Aber es ist ihnen gelungen, auf den vergangenen Erfolg aufzubauen und erneut ein bärenstarkes Album vorzulegen. Es ist davon auszugehen, dass die Band ihren Erfolg graduell auf- und ausbauen wird. Und eines ist klar: so guten und versierten Metal mit spielerischer Klasse bieten derzeit nicht viele Bands.