Nach ihrem großartigem Debüt (das bis heute in meinen persönlichen Top 10 der Alben mit dem dreckigsten Sound steht) legten die Hellacopters 1997 ihr Zweitwerk "Payin' The Dues" vor, und auch das ist nach wie vor essenziell für jeden Fan des schwedischen Rotzrocks. Man ist noch weit entfernt von dem eher sauberen, an die 70er angelehnten Sound der späteren Alben, hier wird noch mit jeder Menge Dreck unter den Fingernägeln energiegeladen drauflos gerockt. Der geniale Opener "You Are Nothin'" zeigt die Marschrichtung an, und nahezu alle weiteren Stücke können das Niveau halten; lediglich "Colapso Nervioso" fällt mit seiner gebremsten und düsteren Art etwas aus dem Rahmen. Ansonsten liefern die Hellacopters aber mit Songs wie "Like No Other Man", "Hey!" oder "Soulseller" gleich einen ganzen Batzen Punk-'n'-Roll-Klassiker ab, die auch nach 15 Jahren immer noch für Begeisterung sorgen. Einziges Manko ist vielleicht die kurze Spielzeit. Auf Vinyl ist diese ein wenig länger, da dort der tolle Bonustrack "City Slang" (das Original stammt von der relativ unbekannten, aber empfehlenswerten Sonic's Rendezvous Band) vorhanden ist. Wer also einen Plattenspieler hat und die LP ergattern kann, sollte zugreifen. Schade, dass heutzutage nur noch wenige Bands so genialen Rotzrock spielen.