Ob Komödie, Action, Thriller, Animationsfilm oder Drama - John Powell hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr vielseitigen Komponisten gemausert. Mit "Paycheck" kommt nun das Genre Sci-Fi zu seinem Repertoire hinzu ("Face/Off" zählt nicht). Und im Gegensatz zu manch anderen Komponisten setzt er das Thema musikalisch äußerst konsequent um. Powell konzentriert sich hier nicht auf pure Orchesterarbeit sondern läßt die Musik am Puls der Zeit schlagen, um sie möglichst nahe an das Zukunftsthema heranzubringen. Orchester, Drums, Percussions und Synthie-Elemente nehmen hier eine gleichberechtigte Position ein. Powell bastelt mit ähnlicher Begeisterung wie bei seinem "Bourne Identity" Score verschiedenste Synthie-Klänge und manchmal hämmernde, manchmal "groovig-verspielte" Drums zu abwechslungreichen Klanggerüsten zusammen, die um Streicherverläufe und großangelegte Bläserpassagen erweitert einen streckenweise hektischen (siehe "Hog Chase Part 1 & 2"), immer kraftvollen, manchmal auch ruhigen und teilweise sogar coolen Klangraum erzeugen. Zudem bietet der Score noch stimmungsvolle und facettenreiche Melodieverläufe und -ansätze und in Tracks wie "Imposters" oder "I Don't Remember" (u.a.) läßt Powell dazu noch ein stellenweise fast melancholisches Pianospiel erklingen.
Mit einer seiner rhythmischen "Konstruktionen" (z.B. in "20 Items") hat er mich sogar stark an Vangelis' Musik zu "Blade Runner" - der wohl besten Sci-Fi-Filmmusik ever - erinnert.
Mit "Rachel's Party" läßt Powell seinen 48-Minuten-Score schließlich in einem wunderschönen, nur von Streichern getragenen, melodiösen Stück Stimmungsmusik ausklingen.
Ergo: Respekt für Powells Konsequenz und für sein Talent, immer wieder überzeugende Scores zu liefern. Wer Musiksymbiosen aus klassischem Orchester und modernen Drums und Synthie-Klängen/Samples mag, wird mit diesem Score sicher keinen Fehlgriff machen. Ich bereue den Kauf jedenfalls in keinster Weise.