Dieser Film war eher enttäuschend. Um genauer zu sein, war der Film erschreckend mittelmäßig und bestätigt meine Ansicht, daß John Woo (mein Lieblingsregisseur solcher Meisterwerke wie "A better Tomorrow", "Bullet in the Head" und "The Killer") langsam aber sicher von Hollywood kaputt gemacht wird.
Der Storyansatz war immerhin sehr spannend, aber dann dieser Ben Affleck, der so hölzern spielt wie ein aufziehbare Puppe, als sei das einzige, auf das er sich freut, tatsächlich sein Paycheck nach Abschluß der Dreharbeiten. Uma Thurman wurde total verschenkt, sie durfte ab und zu mal nett lächeln, ein paar hohle Sätze von sich geben und am Schluß auch mal gestresst und verschwitzt dreingucken (wobei sie in solchen Szenen immer noch am besten aussieht). Endgültig kaputt gemacht wurde der Film aber durch die Action-Szenen und sinnlosen Verfolgungsjagden, die der Storyline gar nicht angemessen waren. Charakterentwicklung? Fehlanzeige. Ich hatte auf einen subtilen Sci-Fi-Thriller im Hitchcock-Style gehofft mit dem typischen Doppelten-Boden-Prinzip, welches Philip K. Dick-Storys immer zugrunde liegt, aber dann sowas, nein, ich fühlte mich irgendwie mehr als betrogen. Wenn Hollywood Unterhaltungskino machen will, dann sollen sie sich selber Storys ausdenken, und nicht eine intelligente Sci-Fi-Vorlage zum Mainstream-Kaspertheater vermurksen.
Ich vergebe trotzdem noch 2 von 5 Punkten, weil man dem Film (beim ersten mal Gucken) tatsächlich einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann. Schaut man aber unter die glänzende Oberfläche, und kennt die Novelle von Philip K. Dick, möchte man in Tränen ausbrechen über die schauderhafte Mittelmäßigkeit dieses Films und die hohle, unangemessene Inszenierung.