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Es gehört für einen Regiedebütanten schon viel Mut dazu, als Vorlage für den ersten Spielfilm ausgerechnet Donald Westlakes legendären Roman The Hunter zu wählen, vor allem, wenn man bedenkt, dass die erste Verfilmung des Romans von John Boorman aus dem Jahre 1967, Point Blank, in dem Lee Marvin die Hauptrolle gespielt hat, heute als Meilenstein des Thrillergenres gilt. Dennoch hat der frühere Drehbuch-Autor Brian Helgeland (L.A. Confidential) mit Payback einen Film inszeniert, der den Vergleich mit der Erstverfilmung nicht zu scheuen braucht.
Die Geschichte lässt sich einfach zusammenfassen: Ein kleiner Gangster (Mel Gibson) wird von seinen eigenen Leuten kaltgestellt und bestohlen. Nun aber begehen sie einen Fehler: Sie glauben, er sei tot. Also lassen sie ihn achtlos zurück. Dies ist ein tödlicher Irrtum, denn der vermeintlich Tote erwacht und holt das zurück, was ihm gehört. Und dafür ist nun auch er bereit, über Leichen zu gehen. Die Geschichte ist, wie gesagt, simpel, aber extrem ansehnlich inszeniert. Neben Gibson wurden viele der Hauptrollen mit bekannten Gesichtern der 70er Jahre besetzt und so gehören zur Galerie der Bösewichter solch altbekannte Namen wie James Coburn, William Devane und Kris Kristofferson; ergänzt wird diese Altherrenriege von einer aufrührerisch, boshaften Lucy Liu (Darstellerin der Ling in der Kult-Fernsehserie Ally McBeal).
In der ersten Rohschnitt-Fassung soll der Schauspieler Mel Gibson einen wirklich brutalen, widerlichen Antihelden gespielt haben, was dem Co-Produzenten Mel Gibson jedoch nicht wirklich gefiel. Daher wurden nach dem offiziellen Ende der Dreharbeiten einige Szenen nachgedreht, in denen seine Figur deutlich mehr sympathische Wesenszüge aufweist als in der ursprünglichen Version. Trotz dieses Versuches den Film ein wenig zu glätten, ist das fertige Werk eine für Hollywood bewundernswert dreckige, boshafte, moderne Variante des Film noir, belegt mit Blut, blauem Rauch und einem gewaltigen Schuss Bourbon. --Andrew Wright
Die deftigen Gewaltszenen werden durch herrlich schwarzen Humor contrapunktiert. Zugegeben wird dies sensible Naturen wenig trösten, aber selbst als geradliniger Killer wirkt Mel Gibson sympathisch, was für das Drehbuch und den Film spricht. Sicher sollte man „Payback" nicht in den Olymp der besten Filme aller Zeiten heben, denn dafür ist er zu einfach gestrickt. Aber humorvolles Entertainment ist er allemal!
Hervorzuheben wäre noch die vorzüglich ausgewählte Filmmusik, die wie geschaffen für einen Gangsterfilm wirkt. Das Bonusmaterial der DVD hält sich leider sehr in Grenzen und besteht lediglich aus ein paar Interviews. Bild und Ton sind ansprechend, die konsequente graubraune bildliche Stilisierung des Schauplatzes Chicago kommt sehr gut rüber. Nach der ersten Euphorie hole ich diese DVD doch hin und wieder gerne aus dem Schrank und erfreue mich mindestens an ein paar coolen Szenen, so dass der Kauf gelohnt hat.
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