Eine tschechische Literaturwissenschaftlerin im Deutschland der siebziger oder achtziger Jahre. Sie quält sich mit Lehrveranstaltungen, in denen Strickerinnen, Feministinnen und Karteileichen auf Scheine über Arno Schmidt warten, mit einem Partner, der keiner mehr ist, mit Freundinnen, deren Vorstellungen andere sind als ihre eigenen, mit einer Gesellschaft, in der sie nicht verwurzelt ist. Auch zu sich selbst und ihrem eigenen Erleben hält sie Distanz: Alles ist schon einmal geschrieben worden. Wenn ihr ein Gedanke kommt, den sie nicht sofort mit der Quellenangabe versehen kann, wird sie misstrauisch... Eines Tages nimmt sie ihre schmerzende Hüfte als Vorwand und kauft sich bei einer Fundsachenversteigerung einen alten Rollstuhl, mit dem sie von nun an durch die Gegend fährt und die Reaktionen der Menschen beobachtet; nebenbei sammelt sie mit einer gewissen Besessenheit Zubehör zu diesem Requisit, das dann aber Opfer eines Fanals wird...
Man müsste mehr Kafka (und einiges andere) als beim Durchschnittsleser üblich lesen, um die Reisen durch die Literatur genussvoll mitmachen zu können, auf die einen dieses Buch nimmt. Aber auch als Sammlung psychologischer Apercus hat es seine Reize...