Der Journalist Nikolas, der bei einem Reisemagazin sonst nur für Rätsel und Leserbriefe zuständig ist, wird von seinem Chefredakteur "gebeten", zusammen mit seiner Kollegin Nina, eine sechswöchige Recherchereise durch die Hochburgen der Pauschaltouristen zu absolvieren. Nina, trinkfreudig, flugängstlich und burschikos ist nicht gerade die Wunschbegleitung für Nikolas, doch den beiden bleibt nichts anderes übrig, als ihre Pflicht zu tun und sich auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Neckermänner zu begeben. Während sie sich als Last-Minute-Touristen mit Kakerlaken, verdünntem Kaffee und schlechtem Essen abgeben müssen, lernen sie viel über die Menschen, die freiwillig die schönste Zeit des Jahres in Betonbunkern unter südlicher Sonne verbringen, aber auch über sich selbst...
Es ist schade, dass ich schon im Urlaub war, denn dieses Buch empfiehlt sich allein schon durch seinen Titel als Urlaubslektüre, und es liest sich ebenso locker und leicht, wie Cover und Aufmachung versprechen. Dass das Buch von einem Mann geschrieben wurde, gibt dem Buch einen zusätzlichen Charme, denn Tom Liehr nimmt kein Blatt vor den Mund und so findet sich neben der humorvollen Schilderung der Abenteuer von Nikolas und Nina, einiges an Ironie und "männlichen" Urlaubserlebnissen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken sehr authentisch. Die Urlaubsorte sind (leider) sehr treffend beschrieben und dürften von vielen Lesern, wieder erkannt werden. Am Ende fragt man sich selbst, was viele Leute dazu bringt für Massenabfertigung mit schlechtem Essen, Unterbringung in Hotels mit Plattenbau-Charme und miesen Service überhaupt Geld zu bezahlen - hat man vielleicht sogar ein wenig die Sicht der beiden Protagonisten übernommen?
Ich war sehr überrascht, wie schnell sich das Buch liest, bin durch den humorvollen und gefälligen Schreibstil gut unterhalten worden und habe dafür sogar ein paar Stündchen Schlaf geopfert, genau das erwarte ich von einem guten Buch und genau das haben ich bekommen.