Dieses Buch, das aus einer preisgekrönten Doktorarbeit entstanden ist, nähert sich theologisch fundiert der Frage, ob Heiluniversalismus in den Briefen des Apostel Paulus als belegt gelten kann oder sich Aussagen finden lassen, die auch im Sinne einer Höllenlehre (Lehre vom doppelten Ausgang) interpretiert werden müssen. Dabei beginnt Adam mit einem ausführlichen Streifzug durch die Theologiegeschichte, die zeigt, dass Sichtweisen, die unter Begriffen wie Allversöhnung, Allerlösung, Allaussöhnung und Unversalismus bekannt sind, schon von Beginn an eine große Rolle bei vielen bedeutenden Theologen gespielt haben. Er beleuchtet auch die Frage, warum der Heilsuniversalismus sich dennoch in der Volksfrömmigkeit und Predigtpraxis immer noch nicht durchgesetzt hat. Schließlich stellt Adam durch tiefe und detaillierte Textanalyse des griechischen Grundtextes von immer wieder in diesem Zusammenhang aufgeführter Bibelstellen klar, dass Paulus keinesfalls das Sowohl-als-auch bezüglich der Höllenfrage unterstellt werden kann, sondern der Apostel deutlich die Botschaft des Heilsuniversalimus verkündet. Dieses Buch gibt fundierte Antworten auf viele Fragen rund um das umstrittene Thema Allversöhnung, erfordert aber in dem Teil der Textanalyse einige Griechisch-Kenntnisse; dennoch lohnt sich das Lesen auch dieser Teile für den interssierten Laien. Diese profitieren auch von der akribischen Sammlung von Argumenten und Gegenargumenten. Dieses Buch ist, natürlich wegen des wissenschaftlichen Anspruchs, in einem erfreulich sachlichen und unaufgeregten Ton gehalten, womit es sich von vielen anderen Schriften, die sich diesem Thema widmen, angenehm abhebt. Endlich ein Buch, das sich dem brisanten Thema objektiv wissenschaftlich nähert und das dennoch auch theologischen Laien ein Gewinn sein wird!