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Pauline und Claudine.
 
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Pauline und Claudine. [Taschenbuch]

Virginie Despentes
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, Juli 2001 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 254 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (Juli 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499226472
  • ISBN-13: 978-3499226472
  • Größe und/oder Gewicht: 20,9 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 514.221 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Virginie Despentes
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Bevor nicht alle Schwänze gelutscht und Nasenlöcher blutig gekost sind, lässt "Baise moi"-Autorin Despentes ihre Protagonistin nicht zur Ruhe kommen. Dabei ist Pauline eigentlich keusch, treu und unrasiert - zumindest bevor sie den Platz ihrer toten Zwillingsschwester Claudine (obszön, promiskuitiv und sexy) einnimmt, um deren Karriere als Sängerin weiterzuführen. Zwischen Abscheu und Faszination pendelnd lernt Pauline ihren Körper einzusetzen, Lust zu empfinden und die verhasste Schwester zu verstehen. Auf der Männerseite tummeln sich, abgesehen vom kumpelhaften Nicolas, nur schwanzgesteuerte Idioten, die Frauen ausnutzen - solange bis diese wiederum anfangen, ihre sexuelle Macht auszuspielen. Pauline jedenfalls kriegt am Ende, was sie will. Das ist alles etwas plakativ, aber rotzfrech und dennoch einfühlsam geschrieben. Nur ein Gedanke kommt öfter auf: Das ist doch alles sowas von 90er! Was man in diesem Fall aber verzeihen muss - schließlich wurde "Pauline & Claudine" im Original bereits 1998 veröffentlicht. (kat) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Pauline und Claudine sind Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht vorstellbar sind: Pauline ist die Prinzipienfeste, die kompromisslos an ihren altmodischen Idealen von Liebe und Treue festhält. Claudine hingegen lässt sich treiben und gibt jedem fremden Begehren nach. Als sie dann eines Tages ganz still und undramatisch Selbstmord begeht, überlegt Pauline nicht lange. Sie übernimmt die Identität der so fremden Schwester ... Außerdem liegen vor: Die Unberührte )3499229110) und (223309)Wölfe fangen

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Konsequent - das ist Virginie Despentes. Die ebenso gefeierte wie umstrittene Jungautorin hält auch in ihrem neuen Werk „Pauline und Claudine" an ihrem Stil fest. Despentes, die mit ihrem Erstlingswerk »Baise-Moi« (dt. Titel: „Wölfe fangen" Rowohlt Tb.) in Frankreich einen Skandal über Kunst und Pornographie auslöste, setzt auf Bewährtes. Wieder sind es zwei Frauen, die im Mittelpunkt stehen, Pauline und Claudine eben, Zwillingsschwestern auf Konfrontationskurs. Beeinflusst durch ihren Vater, der die Mädchen gegeneinander ausgespielt hat, entwickelten sich die anfangs so gleichen Zwillingsschwestern zu konträren Persönlichkeiten, die für einander tiefen Hass empfinden. Aus der Notlage, selbst nicht singen zu können, holt Claudine ihre Schwester nach Paris, um für sie einen Plattenvertrag zu erfüllen, doch schon nach dem ersten Auftritt begeht Claudine Selbstmord. Plötzlich entschließt sich Pauline in die Rolle ihrer verhassten Schwester zu schlüpfen. Aus der introvertierten, unscheinbaren Pauline wird die aufreizende, attraktive Claudine. Paulines Unbehagen als bloßes Sexobjekt angesehen zu werden, wechselt schnell in eine kühle Berechenbarkeit, mit der sie die Begierde der Männer ausnutzt, um gnadenlos ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Die Metamorphose ist vollendet. "Hardliner", das sind sowohl die Hauptcharaktere in Despentes Buch, als auch die Autorin selbst. "Sex sells" - die Realität ist hart und Despentes erspart dem Leser diese Härte nicht, das Schickeria Milieu in Paris mit Sex- und Drogenexzessen wird ebenso detailliert geschildert wie die Verachtung, die die Schwestern Menschen gegenüber entgegenbringen. Perverser Realismus oder grausame Realität? Eine Frage, die die Leser teilen wird.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein unwahrscheinliches Buch, sprachlich eingehend, die Handlung zieht einen in seinen Bann, zwingt einen zum weiterlesen. Die Metamorphose eines Menschen, der sein Leben lang auf Konfrontationskurs war: Pauline. Der Hass gegen ihre Schwester, in deren Rolle sie schlüpft und die sie dadurch mehr und mehr zu verstehen beginnt. Despentes zeigt dem Leser auf, was uns eigentlich im Alltag selten so bewusst wird: Wir definieren uns selbst, der gleiche Mensch kann graue Maus oder vermeintliche Sexbombe sein - keine Frage des Charakters. So viel mehr könnte man über dieses Werk sagen... Mein Tipp: Kaufen - lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Pauline und Claudine sind zwei Zwillingsschwestern, sehr unterschiedlich hinsichtlich Biografie, Charakter und Lebens-Situation, jedoch kaum unterscheidbar im Aussehen. Schön sind sie beide. Claudine versucht vergeblich, in Paris als Pop-Sternchen Fuss zu fassen, während Pauline in der Provinz ein zurückgezogenes Leben führt. Claudine benötigt die ständige Anerkennung ihrer Umwelt, die sie sich mangels Begabung durch provozierendes Verhalten und promiskuitives Sexualleben zu verschaffen sucht. Pauline ruht in sich selber und in ihrer Liebe zu ihrem Freund. Die Autorin leitet dieses entgegengesetzte Verhalten der beiden aus ihrer unterschiedlichen Behandlung in ihrer Kindheit durch einen selten unsensiblen Vater ab, der Claudine durch den Vergleich mit ihrer begabteren Schwester stets aufs Neue demütigte. Kein Wunder, dass die Schwestern sich hassen.
Anlässlich des ersten Live-Konzertes von Claudine übernimmt die musikalisch begabte Pauline die Rolle ihrer Schwester als Pop-Sängerin, um ein Debakel zu vermeiden. Die erneute Bestätigung der Überlegenheit ihrer Schwester erträgt Claudine nicht: Sie begeht Selbstmord. Pauline schlüpft in die Rolle der verhassten Schwester; sie, die Unschuld aus der Provinz, wird als Claudine-Darstellerin mit dem mondänen und dekadenten Leben ihrer Schwester konfrontiert, ja, sie muss es jetzt selber leben. Aufgrund ihres Aussehens, ihrer Claudine nachempfundenen sexuellen Zugänglichkeit, letztlich aber auch ihrer Begabung hat sie Erfolg. Sie kassiert ab und verschwindet.

Die Rollenübernahme durch Pauline gibt der Autorin Gelegenheit zu teilweise köstlicher, teilweise beissender Kritik an den Praktiken der desorientierten und hedonistischen Pariser Musikszene, eine Kritik, die sich mühelos generalisieren lässt. Köstlich ist beispielsweise die Darstellung der Empfindungen Paulines bei ihrer Umgestaltung zu einem mondänen erotisch aufreizenden "Star", beissend die Beobachtung der teils erfolgreichen Anmach-Versuche wildfremder wie näherstehender Männer, die sich durch die Bank als schwanzgesteuerte Einfaltspinsel erweisen. Sex ist für beide Schwestern eine Sache von Ausbeutung (durch die Männer) und Berechnung (von den Frauen), nicht des Vergnügens. Man gewinnt den Eindruck, dass das Leben der Autorin wenig erfreulich verlief und dass insbesondere ihre Erfahrungen mit der Männerwelt eher deprimierend waren. Virginie, die Autorin, scheint am Leben und an den Männern zu leiden.

Der Plot ist zwar pfiffig angelegt, strotzt aber vor Unwahrscheinlichkeiten. Stimmigkeit des Romans ist auch nicht unbedingt das Anliegen der Autorin; es liegt auf der Hand, dass sie wesentliche gesellschaftliche wie psychologische Schattenseiten des Lebens in den 90-igern aufgreifen möchte, um sie geradezu brutal zu denunzieren. Doch die Analyse ist eher oberflächlich, teilweise werden die üblichen Vorurteile bedient. Die Dramaturgie ist virtuos; es fällt schwer, nicht weiterzulesen. Die Sprache, frech und liederlich, ist bewusst auf das Milieu und die Protagonisten abgestimmt, kann aber den komplexen gesellschaftlichen Strukturen nur unzureichend gerecht werden.
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