Aus der Amazon.de-Redaktion
Angefangen 1686, als die Vorstadt zwischen Millerntor und Altona unter dänischem Beschuss stand, über die finsteren Zeiten, als die vermeintliche „Metropole des Vergnügens“ und des Kommunismus vom Nationalsozialismus „gesäubert“ wurde, bis zum Durchbruch des ersten wirklich anarchischen Fußballvereins der Republik: Die beiden geschichtsbesessenen Autoren und St. Pauli-Fans zeichnen ein buntes Bild von Verein und Viertel.
Der FC St. Pauli kann keine großen Pokale oder Meistertitel vorweisen. Und doch ist die Vereinsgeschichte reich an Legenden und Verschwörungstheorien – darunter natürlich der unvergessene 2:1-Sieg gegen Bayern München im Jahr 2002, nach dem sich St. Pauli als „Weltpokalsiegerbesieger“ feierte. Fanartikel mit diesem und anderen Aufdrucken verkauft der Klub auf Champions-League-Niveau.
Ein wichtiger Grund, so die Autoren, für die Verwurzelung des Vereins im alternativen Milieu war Torwart Volker Ippig („Volker, hör’ die Signale!“), der in den 1980er-Jahren Nicaragua besuchte und der autonomen Hausbesetzerszene St. Paulis angehörte. Von da an wurden der Totenkopf und Piratenflagge zum zweiten Wappen des „etwas anderen Vereins“. Business-Logen übrigens heißen am Millerntor schlicht „Séparées“ – auch hier bleibt man seinem Kiez treu.
Und das Gesamtkunstwerk St. Pauli lebt und entwickelt sich weiter. Die Autoren, beide Historiker und Redakteure der Fanzeitung, beobachten die Entwicklung als durchaus kritische Fans, die die großen Linien ebenso kennen wie die Details – wussten Sie, dass die Schachabteilung des FC St. Pauli bei der Resozialisierung von Schwerverbrechern hilft?
Kurz: Ein durch und durch unterhaltsamer und kluger Band mit vielen tollen Bildern aus Landes-, Stadt- und Vereinsgeschichte, der die Masse der bunten und blinkenden, aber oberflächlichen Fanbücher weit hinter sich lässt. --Carsten Hansen, Literaturtest
Pressestimmen
1,4 Kilo Herzblut auf 416 Seiten ... Man darf Autoren wie Verein zum Werk beglückwünschen. ... Pahl und Nagel verfolgen nicht nur die Geschichte des FC von der Pike auf zurück, gehen im Detail auf alle Höhen und Tiefen der Klubhistorie ein, sondern beziehen die Verquickung des Vereins mit dem Viertel intensiv mit ein. --Stefan Krause, Hamburger Morgenpost, 19. Oktober 2009
Der Titel mag ein wenig großspurig daherkommen, doch hält der Inhalt, was die Ankündigung verspricht. --Thomas Klemm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Oktober 2009
Es ist gut, dass sich mit Michael Pahl und Christoph Nagel zwei Fans an diese Arbeit herangemacht haben, die gleichzeitig als studierte Historiker und Journalisten auch einen beruflichen Zugang zur Thematik haben und somit auch mit der einen oder anderen Mär, Fabel oder auch Ungenauigkeit in der Geschichte des FC St. Pauli aufräumen können ... Das Ganze wird eindrucksvoll durch über 1000 Fotos und Abbildungen ergänzt, die sogar für mich, der alles sammelt und liest, was es über den FC gibt, teilweise neu und historisch wichtig sind. ... Fazit: ... Nicht nur eine dem Jubiläumsanlass würdige Publikation, sondern außerdem eine auch inhaltlich sinnvolle Ergänzung dessen, was es bislang über unseren Verein an Veröffentlichungen gegeben hat. --Ronny Galczynski, Übersteiger, Oktober 2009
Ein großartiges Buch, das den Fans des FC St. Pauli als Pflichtlektüre und idealer Startschuss zugleich in das Jubiläumsjahr 2010 dienen sollte. --Frank Sorgatz, Sport Mikrofon, 26. Oktober 2009
Das neue Standardwerk. --Lutz Wöckener, Hamburger Abendblatt, 19. Oktober 2009
Kurzbeschreibung