Jeder der Winfried Glatzeder schon einmal gesehen hat, wird mir bestätigen, er ist ein "Typ", so schlaksig u. groß, mit einem echten Charakterkopf, den man so schnell nicht wieder vergisst. Sein Anblick prägt sich ein.
Hinzu kommt, das man ihn als "Typ" entweder mag oder nicht.
Bei mir ist eindeutig Ersteres der Fall. Ich mag Winfried Glatzeder unter anderem, weil er nicht so "stromlinienförmig" daher kommt, wie so manch anderer Schauspieler. Er hat Charisma, er hat Charme u. wie ich spätestens seit Beendigung der Lektüre seiner Autobiographie "Paul und ich" weiß, auch Witz, Esprit u. die Fähigkeit sich selber kritisch zu sehen, wo es ihm angebracht erscheint.
Nun aber einige Worte zur hier vorliegenden Autobiographie.
Ich würde sie in drei Teile unterteilen, im ersten Teil erzählt er sehr gekonnt u. äußerst witzig über seine Kindheit u. Jugend mit seinen "beiden Müttern" etc., im zweiten Teil wird es dann politischer, was sich bei Glatzeder's Biographie auch kaum vermeiden lassen dürfte, als Schauspieler in der DDR ließ sich die Konfrontation mit der "Obrigkeit" nun mal nicht vermeiden, u. im dritten Teil beschreibt "Winne" wie er genannt wird, seinen Neuanfang mit seiner Familie im Westen, genauer gesagt in Westberlin u. die beruflichen Veränderungen u. anfänglichen Beschwernisse wieder Fuß zu fassen.
Das es ihm gelungen ist muß ich nicht extra erwähnen, dies ist sattsam bekannt durch die Medien.
Das Schöne an Winfried Glatzeder's Biographie ist, das er sehr viele Anekdoten erzählt, was das Buch sehr locker u. unterhaltsam macht, so lernt man einen Menschen am besten kennen finde ich.
Winfried Glatzeder hat mit diesem Buch bewiesen, das er auch ein sehr guter Erzähler ist.
Mir war das Buch am Ende schon wieder viel zu kurz, gerade wo man sich so schön eingelesen hatte !!!
Ich kann die Autobiographie jedem nur wärmstens empfehlen, ein echter Glücksgriff dieses Buch !!!