Wer Sea Shepherd nur von "Whale Wars" oder "Am Ende der Welt" kennt, ist mit "Bekenntnisse eines Öko-Terroristen" gut beraten. Die Dokumentation geht bis an die Anfangstage der Sea Shepherd Conservation Society zurück und gewährt einen guten Einblick in die vielfältigen und abenteuerlichen Kampagnen der Meeresschutzorganisation, welche Ende 2011 ihr 35-jähriges Bestehen feiert.
Peter Brown stellt uns die Sea Shepherds aus einem subjektiven, ironischen, humorvollen und teils provokativen Blickwinkel vor. Dies spiegelt sich auch im Titel der Dokumentation wieder, denn schnell wird klar, dass die engagierte Mannschaft von Sea Shepherd alles andere als Öko-Terroristen sind, sondern das komplette Gegenteil: Aktivisten, die bereit sind, für den Schutz des Meeres und dessen Bewohnern ihr Leben aufs Spiel zu setzen, ohne ihre Gegner - Walfänger, Wilderer u.a. - dabei zu verletzen, und die dabei trotzdem ihren Humor nicht verlieren.
Brown ist ein Insider und hat als guter Freund von Paul Watson die Organisation während der letzten 30 Jahre oft begleitet. Zu den spektakulärsten Aufnahmen zählen wohl die Szenen von der Auseinandersetzung mit der norwegischen Marine, bei der die "Whales forever", das damalige Schiff von Sea Shepherd, unter Kanonen-Beschuss geriet und von dem Zerstörer "K/V Andenes" gerammt und erheblich beschädigt wurde. Gleiches lässt sich von Sea Shepherds Rammaktionen gegen die japanischen Treibnetzschiffe sagen.
Jeder, der Natur- und Tierschutzdokus mit dem bekannten Betroffenheits- und Machtlosigkeitseffekt leid ist, kann hier beherzt zugreifen. Der Film zeigt zwar auch einige sehr blutige Szenen von der Robbenjagd in Kanada und dem volksfestartigen Grindwalmassaker auf den Färöer-Inseln (daher FSK 12), aber selbst diese versteht Brown durch seine Kommentare und entsprechende musikalische Untermalung anders darzustellen als man es sonst bei derartigen Dokumentationen gewöhnt ist.
Klare Kaufempfehlung!