PAUL TEMPLE UND DER FALL CONRAD führt das beliebte Londoner Ermittlerpärchen Temple nach Deutschland, genauer gesagt in ein Mädcheninternat in Oberbayern, aus dem die Tochter eines berühmten englischen Psychologen scheinbar spurlos verschwunden ist. Schon bald zählen ihr junger Liebhaber, ihre amerikanische Zimmernachbarin, ein Gastronom, eine Gräfin, ein Schriftsteller und eine Boutique-Angestellte zu den Verdachtspersonen. Wiederum müssen die Temples nicht nur Spuren lesen, sondern sich auch ihrer Haut wehren können.
DER FALL CONRAD ist das 8. Temple-Hörspiel, das nach den Funk-Adaptionen der Durbridge-Vorlagen der BBC entstanden ist. 1961 produzierte der WDR unter der Regie von Eduard Hermann diesen ursprünglich 8teiligen Krimiklassiker, der die Fans des altmodischen Krimis sicher bestens unterhalten wird. In den Hauptrollen glänzen wie immer Rene Deltgen, Annemarie Cordes und Kurt Lieck, dazu kommen die Temple-Stammgäste Wolfgang Eichberger, Peter Rene Körner, Magda Hennigs, Friedrich W. Bauschulte, Carl Brückel, Alwin Joachim Meyer und Herbert Hennies als Diener Charlie. Als Gäste sind neben vielen anderen Helga Zeckra, Herbert Steinmetz, Jürgen Goslar, Karl Maria Schley, Kerstin de Ahna und Ilde Overhoff zu hören. Irmgard Först in der Rolle der Elisabeth Weldon wird im 1966er-Stück PAUL TEMPLE UND DER FALL GENF sogar einmal Mrs. Steve Temple sprechen dürfen.
DER FALL CONRAD zeigt, wie gut das Strassenfeger-Dampfradio der späten 1950er und frühen 1960er Jahre noch heute funktioniert. Das Hörspiel ist temporeich, überraschend und spannend. Im Jahr der Ursendung dieses Stückes brach die Durbridge-Welle auch ins junge deutsche Schwarz-Weiss-Fernsehen. Mit Krimireihen wie "Tim Frazer", "Das Halstuch", "Melissa", "Die Schlüssel" oder "Der Andere" sorgte die ARD in dieser Zeit für Gesprächsstoff und leere Kinosäle. Ein "Durbridge" war eben etwas besonderes. Beim Hören der TEMPLE-Hörspiele möchte ich sagen: Er ist es noch immer. Viel Spaß!