1) DER FALL SPENCER aus der berühmten "Paul-Temple"-Hörspielreihe des WDR lief ursprünglich im Jahre 1959 in acht Folgen. Er ist einer der spannendsten und temporeichsten Geschichten der Serie, und es stimmt einfach alles: Rene Deltgen und Annemarie Cordes geben das Ermittlerpaar Temple, Kurt Lieck ist Sir Graham, darüberhinaus hören wir die "Temple-Veteranen" Herbert Hennies, Friedrich W. Bauschulte, P. Walter Jakob, Heinz Schimmelpfennig und Peter Rene Körner.
Die Musik stammt wiederum von Hans Jönsson, der sogar ein paar Songs komponieren durfte, schließlich spielt der vorliegende Fall in der (Londoner) Welt der Schlagersänger, Musikproduzenten und natürlich in Nachtclubs.
Ins Rollen bringt die Geschichte eine Schallplatte mit der beigefügten Notiz "Es war ein Genuss! Herzlichst, Spencer!", und wieder brauchen Paul Temple und seine Frau Steve nahezu sechs Hörstunden, bis sie im Gewirr der Spuren und Verdächtigen den ominösen Drahtzieher entlarven.
Da diese Box eine Art Liebhaber-Ausgabe ist, wurde als Bonusprogramm ein weiteres Kriminalhörspiel des Meisters Francis Durbridge beigefügt. Auch dieses spielt in der verruchten Welt der Schlagersänger:
2) LA BOUTIQUE ist eine SWF/HR-Produktion von 1967. Das Stück ist knapp 120 Minuten lang und durchaus spannend, und mit Karl Michael Vogler in der Hauptrolle toll besetzt. Die "Paul-Temple"-Fans werden zudem die Sprecher Alwin Michael Rueffer, Ursula Langrock, Heinz Schimmelpfennig und Dinah Hinz erkennen.
Worum gehts: Der Londoner Inspector Robert Bristol bricht seinen Urlaub in Venedig ab, als er erfährt, dass sein Bruder, der berühmte Schlagerkomponist Louis Bristol, in dem Modesalon »La Boutique« ermordet aufgefunden wurde. Der Laden gehört seiner ehemaligen Frau Eve. Kurz zuvor bat Louis seinen Bruder, ihm beim Aufspüren einer gewissen Virginia Allen behilflich zu sein, die er auf einer Party des zwielichtigen Millionärs Winter kennengelernt hatte. Diese meldet sich nun telephonisch bei Robert Bristol, um ihn darauf hinzuweisen, dass seine Ex-Frau Eve in großer Gefahr sei. Ein geheimnisvoller Gürtel scheint bei diesem mysteriösen Fall eine entscheidende Rolle zu spielen. Er wurde in der Manteltasche des Ermordeten gefunden...
Auch wenn das Stück seine strikte Erzählform beibehält, wirkt es nicht ganz so "rund" wie andere Durbridge-Bearbeitungen. Aber spannend ist es allemal. Und es ist mit Sicherheit das Hörspiel mit der sonderbarsten Titelmusik aller Zeiten!
Viel Spaß!