Paul Simons Solo-Album unterscheidet sich wesentlich von dem leicht zugänglichen Folk der Ära Simon & Garfunkel. "Duncan" käme dieser Definition am nächsten, ein Stück Lagerfeuer-Romantik, untermalt von Inka-Flöten-und der Song, der mich seinerzeit dazu bewegte, auch Paul Simons Solo-Alben zu hören. Ein echter Ohrwurm eben, genau wie der Gospel-Song "Mother and Child Reunion" oder das mit Latino-Rhythmen versehene"Me and Julio Down the Schoolyard." Darüber hinaus bietet Paul Simon auch komplexere Crossover-Songs zwischen Blues, Folk und Jazz wie z.B. "Run That Body Down" oder "Armistice Day." Ab "Peace Like A River" regiert dann der pure Blues in Meisterstücken wie "Papa Hobo" oder "Paranoia Blues." Die beigefügten Demo-Versionen bieten nichts Neues, bis auf die Demo-Version von "Duncan", die mit einem gnaz anderen Text als die Studio-Version aufwartet und in der Melodieführung ein wenig an Irish Folk erinnert.
Fazit: wer Paul Simon nur im Duett mit Art Garfunkel erlebt hat, muß für dieses Album etwas Toleranz und Geduld mitbringen, die sich beim wiederholten Hören jedoch auszahlen.