der vater von paul klee war musik-lehrer, seine mutter sängerin. klees schaffens-zielsetzungen erinnern an die mahnung des französischen philosophen henri bergson, der den mut geben wollte dazu, eine tiefsitzende, innere lebens-melodie, ein grund-thema zu entdecken und konsequent weiter auszuspinnen - wie eine alles begleitende "vierte dimension". auch bergsons vater war musik-lehrer. was den einen inspirierte, ein existenzphilosophisches gebäude auf dem teppich der eltern-erinnerung zu errichten, beflügelte den maler klee (der zu beginn seines berufslebens noch BACH-sonaten spielte als angestellter des berner stadt-orchesters), jenes, was MUSIK für ihn bedeutete, zu überführen in das ebenfalls reichhaltige zeichen- und wahrnehmungs-system visueller ebenen. da es im bereich der musik eine an mathematische präzision erinnernde grundlagen-theorie gibt, die harmonie-lehre, fühlte sich KLEE aufgerufen, diegleiche basis-arbeit im bereich der malerei zu leisten. es erinnert an die aufstellung des pariser ur-meters, wenn er systematisch zu experimentieren beginnt mit seinen aus quadern zusammengesetzten farb-tafeln, emsiger noch als ein piet mondrian oder josef albers (oder später auch max bill): mit klaren und gedämpften farben, mit unterschiedlichen raum-aufteilungen, mit geweben, die durchaus an polyphonien, choräle, grund-tonarten oder fugen zu erinnern vermögen. insofern veraltet KLEE so wenig wie ein albert einstein oder ein euklid. KLEE liegt allem visuellen experimentieren zugrunde - oder ruft auf zum weiteren ausbau des von ihm eingeschlagenen weges. so wie ein piet mondrian bald auf jeder tasse und auf jedem schreibheft-cover angekommen ist, wartet der inspirations-reichtum klees darauf, konsequenter in das gegenwarts-design integriert zu werden. und vielleicht gelingt es ja bald einem nachfolgenden genie, den fortschritt und die lebendigkeit, welche die pop-musik-entwicklung in den letzten hundert jahren zelebriert hat, in visuelle zeichensprache glaubhaft zu überführen. bis dahin müssen wir uns mit dem studium klees begnügen wie ein flugzeug, das noch auf der rollbahn steht und noch nicht gestartet ist ...