Seit "Galaxy Quest" (1998) habe ich keinen so lustigen Film mehr gesehen, der sich herrlich und äußerst treffend mit dem Phänomen der Weltraumfreaks (Trekkies, StarWars-Fans, Comic-Geeks etc) beschäftigt. Da ich mich selbst dieser Gruppe zugehörig fühle und durchaus schon die eine oder andere Convention erlebt habe, kann ich nur sagen, dass der Film ein echter Volltreffer ist, in dem die wildesten Phantasien aller Alien-, Raumschiff-, Comic- und UFO-Fans wahr werden.
Das Team um Simon Pegg (inzwischen sogar zum neuen "Scotty" befördert) und Nick Frost, die uns schon so geniale Streifen wie "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" beschehrt haben, enttäuschen mal wieder nicht und nehmen nicht nur das Science Fiction-Fandom aufs Korn sondern gleich noch die amerikanische Doppelmoral in Bezug auf Kraftausdrücke und Sexualität auf der einen Seite, Waffen und Gewalt auf der anderen Seite.
In den USA erhielt "Paul" wegen der vielen farbigen Schimpfwörter ein R-Rating (ab 17 Jahre), während er in Deutschland damit locker ab 12 Jahren durchkommt.
Dennoch sollte man den Film nicht als Kinder- und Familienfilm missverstehen. Er war nie für ein solches Publikum gedacht sondern ist ein Erwachsenenfilm voll hintersinniger Sozialkritik, der äußerst spaßig verpackt 30 Jahre Genregeschichte und den American Way of Life samt "Comic Con" und "Bible Belt" durch den Kakao zieht.
Der Film veralbert auch auf liebenswerte Weise die bibeltreuen US-Hinterwäldler aus dem Mittleren Westen derart gelungen, dass das spaßige Alien Paul stellenweise sogar in den Hintergrund tritt.
"Paul" ist eben nicht nur eine SciFi-Parodie sondern ebenso eine Abrechnung mit den kreationistischen, fundamentalistischen Strömungen in den Staaten, die die Bibel noch immer bzw. wieder wörtlich nehmen und Darwins Evolutionstheorie ablehnen.
Darüberhinaus bietet der Film ein Wiedersehen mit vielen "Sehenswürdigkeiten" aus bekannten SciFi-Serien und Filmen (Vasquez Rock aus "Star Trek", dem Berg aus "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" etc). Ein Film von und für Trekkies, Star Wars- und Spielberg-Fans, Akte X-Nostalgiker und Comicgeeks, der wirklich Spaß macht, niemals langweilig ist und sogar den schon recht guten Film "Fanboys" noch übertrifft. Für Genrefans eine ganz klare Kaufempfehlung und auch andere werden darüber lachen können...