Stuttgarter Zeitung v. 29.7.2005, S. 32
Ein deutscher Schönfärber. ... Nachhaltig geprägt hat es [Geschichtsbild] der 1997 verstorbene Erfolgsautor Paul Carell mit seinen Büchern "Unternehmen, Barbarossa" und "Verbrannte Erde". Sie waren in den sechziger Jahren aus einer Serie in der Zeitschrift "Kristall" hervorgegangen. Zumal von ehemaligen Soldaten wurden diese Bücher hoch gelobt - bis hin zum ehemaligen Feldmarschall von Manstein. Kein Wunder, denn Übergriffe oder Beteiligung an Massenverbrechen kommen hier nicht vor. Wer war Paul Carell? In einer gründlichen Untersuchung enthüllt der Historiker und Pädagoge Wigbert Benz das Leben des begeisterten Nazis und engen Ribbentrop-Mitarbeiters, der sich 1944 für die Deportation ungarischer Juden aussprach. Geschickt gelang es Dr. Paul Schmidt alias Paul Carell nach dem Kriege, seine Vergangenheit zu verdecken und mit Hilfe alter Gesinnungsfreunde beim "Spiegel" und im Springer-Verlag publizistisch Fuß zu fassen. Auch in der Kontroverse um den Reichstagsbrand versuchte Carell die Nationalsozialisten nachträglich reinzuwaschen. (w.b.)
Kurzbeschreibung
Paul Karl Schmidt alias Paul Carell hat mit seinen Bestsellern zum 2. Weltkrieg das Bild vom Krieg der Wehrmacht als sauberen, kameradschaftlichen und heldenhaften Kampf geprägt. Als politischer Journalist schrieb er u.a. in der ZEIT zu den Ursachen beider Weltkriege, im SPIEGEL zur Reichstagsbrandkontroverse, in der WELT zur Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr. Vor 1945 war er der jüngste Gesandte I. Klasse bzw. Ministerialdirigent im NS-Regime. Er leitete die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte wesentlichen Anteil an der Auslandspropaganda des Regimes. In diesem Zusammenhang machte er propagandistische Vorschläge zur Rechtfertigung der Deportation von Juden aus Budapest 1944. Der Autor analysiert das Wirken Schmidt-Carells von den 30ern bis in die 90er Jahre.
Klappentext
Paul Karl Schmidt alias Paul Carell hat mit seinen Bestsellern zum 2. Weltkrieg das Bild vom Krieg der Wehrmacht als sauberen, kameradschaftlichen und heldenhaften Kampf geprägt. Als politischer Journalist schrieb er u.a. in der ZEIT zu den Ursachen beider Weltkriege, im SPIEGEL zur Reichstagsbrandkontroverse, in der WELT zur Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr. Vor 1945 war er der jüngste Gesandte I. Klasse bzw. Ministerialdirigent im NS-Regime. Er leitete die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte wesentlichen Anteil an der Auslandspropaganda des Regimes. In diesem Zusammenhang machte er propagandistische Vorschläge zur Rechtfertigung der Deportation von Juden aus Budapest 1944. Der Autor analysiert das Wirken Schmidt-Carells von den 30ern bis in die 90er Jahre.