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Paul Carell: Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945
 
 
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Paul Carell: Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945 [Taschenbuch]

Wigbert Benz
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: wvb Wissenschaftlicher Verlag Berlin; Auflage: 1 (2. Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386573068X
  • ISBN-13: 978-3865730688
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 965.975 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wigbert Benz
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Produktbeschreibungen

Stuttgarter Zeitung v. 29.7.2005, S. 32

Ein deutscher Schönfärber. ... Nachhaltig geprägt hat es [Geschichtsbild] der 1997 verstorbene Erfolgsautor Paul Carell mit seinen Büchern "Unternehmen, Barbarossa" und "Verbrannte Erde". Sie waren in den sechziger Jahren aus einer Serie in der Zeitschrift "Kristall" hervorgegangen. Zumal von ehemaligen Soldaten wurden diese Bücher hoch gelobt - bis hin zum ehemaligen Feldmarschall von Manstein. Kein Wunder, denn Übergriffe oder Beteiligung an Massenverbrechen kommen hier nicht vor. Wer war Paul Carell? In einer gründlichen Untersuchung enthüllt der Historiker und Pädagoge Wigbert Benz das Leben des begeisterten Nazis und engen Ribbentrop-Mitarbeiters, der sich 1944 für die Deportation ungarischer Juden aussprach. Geschickt gelang es Dr. Paul Schmidt alias Paul Carell nach dem Kriege, seine Vergangenheit zu verdecken und mit Hilfe alter Gesinnungsfreunde beim "Spiegel" und im Springer-Verlag publizistisch Fuß zu fassen. Auch in der Kontroverse um den Reichstagsbrand versuchte Carell die Nationalsozialisten nachträglich reinzuwaschen. (w.b.)

Kurzbeschreibung

Paul Karl Schmidt alias Paul Carell hat mit seinen Bestsellern zum 2. Weltkrieg das Bild vom Krieg der Wehrmacht als sauberen, kameradschaftlichen und heldenhaften Kampf geprägt. Als politischer Journalist schrieb er u.a. in der ZEIT zu den Ursachen beider Weltkriege, im SPIEGEL zur Reichstagsbrandkontroverse, in der WELT zur Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr. Vor 1945 war er der jüngste Gesandte I. Klasse bzw. Ministerialdirigent im NS-Regime. Er leitete die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte wesentlichen Anteil an der Auslandspropaganda des Regimes. In diesem Zusammenhang machte er propagandistische Vorschläge zur Rechtfertigung der Deportation von Juden aus Budapest 1944. Der Autor analysiert das Wirken Schmidt-Carells von den 30ern bis in die 90er Jahre.

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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Schmalbrüstig, 11. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Paul Carell: Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945 (Taschenbuch)
Woher um alles in der Welt kommt nur der Irrglaube, die Bücher des Vielschreibers Paul Carell zählten zur bevorzugten Lektüre von Berufsoffizieren der Bundeswehr?
Muss man Offizier der Bundeswehr sein, um die Bücher Carells gern und mit Gewinn zu lesen? Genügt es nicht, sie zu studieren, weil sie Antwort geben auf die sehr wichtige Frage, warum so viele Soldaten der Wehrmacht mitgemacht haben ohne zu meutern?
Dieser wichtige Ansatz findet in dem Büchlein von Wigbert Benz keine Erwähnung. Überhaupt geht er mit keinem Satz der Frage nach, welche Wirkung die Bücher Carells auf seine Leserschaft hatten. Der Autor beschränkt sich in erster Linie auf zwei Aspekte: auf die Rolle Schmidt/Carells im Auswärtigen Amt und auf seine publizistische Tätigkeit bei SPIEGEL und bei Presseerzeugnissen aus dem Hause Springer. Diese Verengung des "Lebens" von Paul Carell auf zwei (sicher nicht unwichtige) Aspekte ist ein großes Manko des Buches.
Benz referiert kurz die wichtigsten Lebensdaten seines Probanden, erwähnt auch dessen "frühes" Eintreten in die NSDAP und seine Rolle als Gauredner. Nur, wer hier Konkretes erwartet hatte, wurde enttäuscht. Außer der Tatsache an sich, dass Carell Mitglied im "Kampfausschuss wider den undeutschen Geist" war, wird nichts berichtet. Mit was beschäftigte sich Carell in dieser Organisation? Was war seine Aufgabe? - Darüber bleibt der Autor jede Antwort schuldig !
Spekulationen darüber, er habe hier propagandistische Versatzstücke aufgeschnappt, die ihm später im Auswärtigen Amt nützlich waren, passen zwar in das Bild, das sich Benz von Carell macht, aber verifizieren kann er seine Vermutungen nicht.
Dasselbe gilt für die angebliche Rolle Carells bezüglich der Artikelfolge zum Reichstagsbrand. Außer Verdächtigungen kann Benz nichts bringen, Belege wieder einmal Fehlanzeige.
Zusammenfassend muss gesagt werden, das Buch hält nicht, was es verspricht. Wer eine fundierte Biographie erwartete, musste wohl enttäuscht werden. Dazu ist dieses Büchlein zu schmalbrüstig.
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5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen nicht fundiert, 19. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Paul Carell: Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945 (Taschenbuch)
Das Buch gibt leider keine fundierten Quellen an. Man hat den Eindruck es wird nur aufgrund der allgemeinen/persönlichen politischen Einstellung des Authors argumentiert.
Die Aussagen zur von Carell vorgetragenen Präventivkriegsthese werden grundsätzlich in Frage gestellt ohne eine entsprechende Würdigung der vorhandenen Quellen die diese These stützen. Eine objektive Abwägung mit mittlerweile zugänglichen Fakten (Stichwort öffnung der sowjetischen Archive) findet nicht statt.
Zusammenfassend kann gesagt werden dass der Author mit Eifer versucht die Wehrmacht als verbrecherische Organisation darzustellen. Dementsprechend fällt sein Urteil über Carell aus, der aus meiner Sicht eine objektive Beschreibung der Werhmacht vertrat.

Fazit: Subjektive und einseitige Darstellungweise die eindeutig der politischen Einstellung des Authors geschuldet ist.
-> Nicht zu empfehlen.
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12 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aufklärung statt auflagenstarker Kriegsnostalgie, 25. Mai 2005
Von 
Jakob Knab (Kaufbeuren) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Paul Carell: Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945 (Taschenbuch)
Nirgendwo hatte der Autor Paul Carell eine derart treue Gefolgschaft und ergebene Leserschaft wie bei den Berufsoffizieren der „neuen Wehrmacht", der Bundeswehr. Neben den „Verlorenen Siegen" eines Manstein gehörten Carells Bücher wie „Die Wüstenfüchse. Mit Rommel in Afrika", „Unternehmen Barbarossa. Der Marsch nach Russland", „Stalingrad" oder „Sie kommen" zur Pflichtlektüre; denn geplättete Geschichtsbilder passen zum genuin militärischen Milieu. Unter diesen Fußlappen- und Eichenlaubträgern galt Carell als einer, der den Ehrenschild der Wehrmacht rein hielt. Paul Carells Botschaft vom ehrenhaften Kampf und von der kriegerischen Tüchtigkeit galt den Gebildeten unter den Kommissköpfen. Für die einfältigen Gemüter erzählten die Landserhefte von Treue und Kameradschaft, von Kampf und verlorenen Einzelsiegen.

Meine Kernthese gleich vorweg: Im genuin militärischen Milieu wird die historische Studie von Wigbert Benz nicht rezipiert werden; denn der Autor Benz ist ein Mann der historischen Aufklärung, nicht der mythischen Verklärung. Benz analysiert das Wirken des buchstäblichen Schreibtischtäters Paul Karl Schmidt / Paul Carell / P.C. Holm von den 30ern bis in die 90er Jahre: Noch als Gymnasiast war Paul Karl Schmidt (1911 - 1997) in die NSDAP eingetreten. Schon bald galt Schmidt als „Propagandaexperte auf wissenschaftlicher Basis"; so wurde er „Leiter des Kampfausschusses wider den undeutschen Geist". Hier wurzelt seine spätere antijüdische Kriegspropaganda als Chef der Nachrichten- und Presseabteilung im Auswärtigen Amt von Minister Ribbentrop; in dieser Funktion entwickelte Schmidt propagandistische Leitlinien. Und im Mai 1944 wandte sich Schmidt nicht gegen die Ermordung der Budapester Juden, sondern erteilte Ratschläge zu deren Gelingen.
Am 6. Mai 1945 wurde Schmidt verhaftet und zweieinhalb Jahre interniert. Die übliche Apologetik: Schmidt habe nur seine Pflicht erfüllt. Er habe gehofft, in seinem Arbeitsbereich manches mildern zu können. Sein Einsatz für Verfolgte sei „leider ohne Erfolg geblieben". Ja, Schmidt sei „im Netz dieser schrecklichen Dinge gefangen gewesen".
1949 begann Schmidts Karriere als Autor von Propagandabroschüren. In keinem anderen Politikbereich gab es eine derart unverfrorene Anknüpfung an die NS-Tradition wie bei der antikommunistischen Propaganda im bürgerlichen Lager. Als politischer Publizist schreib er u.a. in der ZEIT zu den Ursachen beider Weltkriege, im SPIEGEL zur Kontroverse um den Reichstagsbrand, in der WELT zur Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr.

Fazit: Wigbert Benz legt eine historiographisch mustergültige Studie über Paul Karl Schmidt / Paul Carell / P.C. Holm, den Propagandisten des deutschen Heldentums und der sauberen, anständigen Kriegsführung der Wehrmacht, vor. Als Propagandamensch bediente Carell die Erwartungen seines Publikums; er wusste um die verführerische Kraft der Feindbilder, die von eigenen schuldhaften Verstrickungen ablenken. Mit diesem Rezept verkaufte Carell drei Millionen Bücher. Die vorliegende Studie zu Carell wird nicht drei Millionen Leser finden. Mein abschließender Wunsch an Autor Wigbert Benz: nicht drei Millionen, drei Tausend aufgeklärte Leser, das wäre auch schon ein Anfang...

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