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Interessante Charaktere - neben Patrik ist Dimitri die Kultfigur, und die unterschiedlichen Geheimdienstmitglieder sind auch sehr schön gezeichnet - und wunderschöne Drehorte machen die Serie zu einem Erlebnis. Das beste ist natürlich die Musik von Altmeister Christian Bruhn (Captain Future).
Die Handlung an sich ist nicht minder interessant und wurde später z.B. in Akte X auch thematisiert. Wie oft bei älteren 80'er-Serien und auch Filmen wirkt das Geschehen jedoch viel glaubhafter und realitätsnäher, weil hier normale Menschen agieren, keine Superhelden. Wem läuft es nicht kalt über den Rücken, wenn der Professor ins Wasser rennt und Giovanna ruft: 'Er kennt mich nicht mehr!'... Aber auch Sprüche wie: 'Ich wette da wurde mal wieder 90%iger Alkohol mit frisch geernteter Ananas verfeinert' oder: 'Ich bin ein Bekannter von Dimitri' - 'das spricht aber nicht gerade für Sie!' kommen gut... ;-)
Und wie Patrik sich über das Geschenk von dem Bohrinsel-Kollegen gefreut hat... Als ich die Serie kürzlich mit einem Kind der 90'er anschaute, traf dies auf wenig Verständnis. Tja, das waren eben die 80'er, wo die Kids noch nicht gelangweilt und überverwöhnt alles für selbstverständlich hinnahmen.
Auch erstaunlich, wie viel Aufwand für die Serie gemacht wurde. Allein die häufigen Hubschrauberszenen in den ersten Teilen - wer beruflich mit Helikoptern zu tun hat, weiß, was da an Kosten anfällt. Dann die Bohrinsel, das Fjord, die Wüste... Wow.
Die Bildqualität wirkt auf einem PC-Monitor nicht so toll, vergleicht man es z.B. mit einer DVD von Raumschiff Enterprise. Auf den heute noch recht unscharfen Fernsehern ist das Bild aber völlig ok. Das mit dem wenigen Bonusmaterial ist sehr schade, aber schmälert für mich nicht den Gesamteindruck. Warum die DVD ein 'frei ab 12' Label trägt, ist mir schleierhaft - aber egal.
Zum Schluss möchte ich Euch noch empfehlen, die Serie langsam zu schauen (z.B. eine Folge immer am Sonntag oder so). Die Woche über kreisen die Gedanken um das Geschehen und man lebt es irgendwie mehr mit. Und schließlich freut man sich, das Fjord am Ende der Geschichte wieder zu sehen...
Also: DVDs kaufen und damit den Verantwortlichen zeigen, dass man Qualität schätzt, Weihnachtsserien liebt und den heutigen Fernsehbrei mit vielen (auch öffentlich-rechtlichen) Sendern, wo überall nur Mist läuft, hasst.
Patrik Pacard rules!
Über die Veröffentlichung der sechsteiligen Mini-Serie auf DVD habe ich mich sehr gefreut. Nach zwanzig Jahren ist "Patrik Pacard" wie das Echo eines winzigen Stückes perfekter Kindheit, an das man sich gerne erinnert: Wohlbehütet, aber doch irgendwie spannend, abenteuerlich und weit weg von den realen Gefahren des Kalten Krieges. Die blieben in jenen "Patrik Pacard"-Winterferien reduziert auf ein paar stereotype Agenten-Abziehbilder, während sie in der echten Welt des Jahres 1984 bittere Realität blieben. Doch das kümmerte eine ganze Generation von 8-16-Jährigen ohnehin wenig. Die liefen in den Monaten danach nur mit "Patrik Pacard"-Mittelscheitel herum.
Doch mit der Wahrnehmung von heute hat sich die Serie verändert: Die Dialoge wirken manchmal etwas hölzern, die Darsteller (insbesondere Hendrik Martz) sehen nicht selten aus wie Laienspieler, die synchronierten Passagen (etwa die des französischen Darstellers Jean-Claude Bouillon) wirken oft schlampig und unpassend. Dazu Christian Bruhns Musik, die nicht immer an der richtigen Stelle sitzt und auch viel zu oft erklingt. Apropos: Bruhns Ehefrau Erika nannte sich damals "Lady Lilly" und sang das Titellied. Der wahrscheinlich dümmste Künstlername alller Zeiten.
Trotzdem: Für eine deutsche Serie im Jahr 1984 eine ordentliche filmisch ordentliche Kameraführung mit viel Bewegung drin und eine durchaus spannende Dramaturgie. Die vielen technischen und spieltechnischen Mängel darf man getrost mit einem zwinkernden Auge übersehen. Dafür ist Patrik Pacard ein schöner Trip in die Erinnerungskiste, auch, wenn man über die Mode der damaligen Zeit schreiend hinwegsehen muss und auch über die C-64 Computergrafiken im Bio-Chemie-Labor.
Patrik Pacard ist und bleibt die beste ZDF-Weihnachtsserie, die jemals gedreht wurde. Alles, was danach kam, brachte es nicht so wirklich ...
Trotzdem noch Kritik an der DVD-Ausgabe: Das einzige wirkliche Extra ist ein neues Interview mit Hendrik Martz (den ich im Übrigen nicht erkannt hätte). Warum hat das ZDF nicht aus seinen reichen Archiven alte Berichte über das Making of ... und TV-Auftritte zu Patrik Pacard mit dazu gepackt? Hätte kaum Mühe gekostet. Da muss Europas größte TV-Station in punkto DVD-Marketing noch etwas dazu lernen.
Etwas ist mir außerdem noch aufgefallen: Ich habe das starke Gefühl, dass die Bad-Szene mit Patrick und seiner Mutter (Gila von Weitershausen) auf der DVD nicht vollständig ist. Kann mich dunkel noch an einen weiteren Dialog erinnern, der offenbar seit der TV-Ausstrahlung entfernt wurde. Seltsam ... trotzdem schön, dass es diese DVD gibt. Jetzt muss ich mir zum perfekten "Trip down Memory-Lane" nur den heute herrlich trashigen Soundtrack kaufen, an dem Bruhn und Frau Erika "Lady Lilly" dann gerne noch einen Euro verdienen dürfen. Es lebe die Erinnerung!
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