Eindringlich und mit viel Gefühl schildern die Autoren die Schicksale von Betroffenen ohne dabei in Mitleidshascherei zu verfallen. Auch Laien zugänglich werden die größeren Zusammenhänge aufgezeigt und die dahintersteckende Gefahr einer Verwandlung unseres Gesundheitssystems in einen Selbstbedienungsmarkt für Pharmaunternehmen veranschaulicht. Dabei bleibt das ganze gut lesbar und spannend.
Wie nicht anders zu erwarten bei diesem Thema, dass nun wirklich jeden angeht, spürt man doch das eine oder andere Mal eine gewisse Beklommenheit oder fühlt sich auch ertappt, dass man genau auf die geschilderten Maschen hereingefallen ist.
Den Autoren gilt mein Respekt für den Mut ein solches Thema nicht nur anzugehen, sondern auch bis in die Tiefen zu beleuchten. Dies gilt um so mehr, als sie als Journalisten mit Sicherheit durch dieses Buch auf der ein oder anderen "Schwarzen-Liste" gelandet sind und das tägliche Berufsleben dadurch mit Sicherheit nicht einfacher geworden ist. Dass dies aber keine echte Überraschung ist wird spätestens dann klar, wenn man mal nachschaut, welchen Themen sich die Autoren in der Vergangenheit gewidmet haben.
Mit persönlichem Engagement unbequeme Themen zu recherchieren und dabei auch persönliche Risiken einzugehen ist beileibe keine Selbstverständlichkeit für die schreibende Zunft, sollte aber, insbesondere in Zeiten von unseeligen Verquickungen zwischen Politik, Wirtschaft und Medien, als vorbildlich verstanden und gewürdigt werden.
Auch als Leser sollte man dieses Buch daher nicht nur konsumieren sondern auch selbst aktiv werden, einfach mal bei der nächsten Gelegenheit die Thematik bei Politikern ins Gedächtnis rufen und auch mal eine Standardantwort kritisch hinterfragen.
Zusammenfassend:
Nicht nur an oberflächlichen Fakten interessierte Leser
haben mit diesem Buch die Möglichkeit in kompakter Weise,
ohne großen Aufwand wichtiges und nützliches
Wissen zu erlangen.
1005 Seiten bedarf es dafür zum Glück nicht.