Stanley Kubrick hat eine Reihe bemerkenswerter Filme gemacht. Der am Beginn seiner Karriere entstandene, eindringliche Anti - Kriegsfilm "Wege zum Ruhm" ("Paths of Glory") ist sein stärkstes Werk. Gedreht hat er ihn in den Bavaria Filmstudios in München.
Im ersten Weltkrieg haben sich 1916, nach zwei Jahren Krieg die Fronten auf beiden Seiten festgefressen. Die Armeen haben sich in Schützengräben verschanzt und versuchen immer wieder vergeblich sich aus der verfahrenen Situation zu befreien. Schon der Gewinn weniger Meter feindlichen Bodens gilt als Erfolg.
Der ehrgeizige französische General Mireau (George Mcready) will mit einem überraschenden Angriff die befestigte Höhe "Ant Hill" von den Deutschen erobern und so seine Chancen auf eine anstehende Beförderung verbessern. Aber der Plan ist von vorne herein dilletantisch durchgeführt und bleibt im Trommelfeuer stecken. Der wütende General lässt darauf hin die Artillerie auf seine eigenen Truppen schießen, um sie voran zu treiben.
Hinterher versucht er, sein Versagen zu vertuschen in dem er wahllos drei einfache Soldaten stellvertretend für alle wegen "Feigheit vor dem Feind" vor ein Kriegsgericht stellen lässt. Der mutige Regimentskommandeur Colonel Dax (Kirk Douglas) versucht sich schützend vor seine Leute zu stellen und übernimmt eigenhändig die Verteidigung. Die drei Soldaten werden trotzdem standrechtlich erschossen. Auch als Dax das Versagen des Generals und sein verbrecherisches Handeln aufdeckt, ändern das nichts. Der wird zwar von seinem Vorgesetzen General Broulard (Adolphe Menjou) abgesetzt, aber nur, weil Broulard vermutet, Colonel Dax habe das alles getan, um seinen Posten zu bekommen.
Angewidert kehrt Dax zu seinen Soldaten zurück. An einem Gasthaus sieht er durch das Fenster, wie ein gefangenes deutsches Mädchen, vor seine johlenden Landser gezerrt wird, um ihnen etwas vorzusingen. Verängstigt singt sie "Ein treuer Husar". Da erinnern sich die Soldaten an das Lied dass sie auch in ihrer Sprache kennen. Einer nach dem anderen stimmt summend in das Lied ein und vielen kommen dabei die Tränen. Colonel Dax hält den neuen Einsatzbefehl noch ein paar Minuten zurück um den Leuten diesen Moment zu gönnen.
Das Mädchen spielt Christiane Kubrick, Kubricks spätere Frau, hier unter dem Namen Susanne Christian.
In diesem Film, der sich so völlig vom Hurrapatriotismus vieler Hollywood Kiegsschinken unterscheidet, gibt Kirk Douglas eine seiner eindrucksvollsten Leistungen seiner Karriere ab.
In Frankreich wurde der Film lange Zeit nicht gezeigt, da er vermeintlich die Ehre des französischen Militärs verletze. Genauso hätte man die Geschichte auch auf der deutschen Seite der Schützengräben erzählen können. Angesichts der deutschen Schuld wäre dann aber die Absicht des Films, Krieg, übersteigerten Ehrgeiz, und menschliche Feigheit anzuprangern verblasst.
Mit den Mitteln des Realismus schildert Kubrick in eindringlichen und schlichten Bilder die Brutalität und die Idiotie des Krieges und die Schwächen des menschlichen Charakters.
Ein absolutes Meisterwerk. Schade nur, dass man der DVD nicht mehr Material gegönnt hat.
Für den Film 5 Punkte. Für die DVD nur 4.