Irgendwie zeichnete es sich ja schon ab, dass Paizo in dieser oder jener Weise mit den D&D 3.5 Regeln verbändelt bleiben würde. In mehreren Dragon-Magazin-Ausgaben wurde bereit angekündigt, dass Paizo da weitermachen würde, wo Wizards aufgehört hat. Zu beginn einfach mit der Produktion von Adventure Paths für D&D 3.5 und einer eigenen Kampagnenwelt (Golarion) dann aber, als der Erfolg immer klarer wurde auch endlich mit einem eigenen Regelwerk: Pathfinder war geboren.
Das hier vorliegende knapp 600 Seiten starke Mammutwerk, das Players Handbook und gewisse Teile des Dungeon Master Guides beinhaltet (um im D&D Slang zu sprechen), ist die konsequente und sinnvolle Weiterentwicklung der 3.5 Regeln.
Es wurde eine Reihe einfacher aber sehr wirkungsvoller Änderungen vorgenommen (bspw. wurden die Skills entschlackt [aus Listen und Spot wurde bspw. Perception; aus Hide und Move Silently wurde Stealth]), die Klassen wurden weiter voneinander differenziert und erhielten einige zusätzliche Goodies (um nur zwei beispiele zu nennen: Sorcerer können nun eine Bloodline wählen, die besondere Vorteile bringt [darunter so spannende wie Draconic, Celestial oder Abyssal, die auch tolle rollenspielerische Möglichkeiten bieten] oder Barbaren die Möglichkeit gegeben viele verschiedene Rage-Powers zu erlernen und so sehr vielseitig zu agieren).
Darüber hinaus wurden nervige Dinge wie Cross-Class-Skills und Ähnliches abgeschafft und durch leichtere Regelungen ersetzt.
Und obwohl also vieles entschlackt worden ist, hat man zu keiner Zeit das Gefühl, dass es sich um ein simpleres System handeln würde, tatsächlich scheint es mir nun mehr Tiefe zu haben als je zuvor.
Was die Atmosphäre angeht ist Pathfinder lebendiger, bunter und freundlicher als D&D (auch wenn diese Aussage abstrakt klingt, kommt es mir so vor). Dazu trägt aber sicher auch das grandiose Artwork und die vitale Welt Golarion bei.
Abschließend kann man eigentlich nur sagen, dass wer weiter D&D spielt, selber Schuld ist, da Pathfinder einfach eine Weiterentwicklung darstellt. Somit kann ich nur eine Kaufempfehlung aussprechen und auch an die konservativen Rollenspieler appellieren sich Pathfinder zumindest einmal anzuschauen.