Wir sollten uns dem Werk "Der Pate" vorab in der Sprache annähern, die jeder Mensch auf diesen Planeten versteht: GELD.
Als Mario Puzo 1969 sein Meisterwerk über seinen Manager an einen Verleger brachte, horchte die Verlagswelt auf der ganzen Welt auf. Mario Puzo erhielt damals die unglaubliche Summe von 1.000.000$ für das Schreiben von ca. 500 Seiten, die nicht nur die Summe eines Buches bildeten, sondern die Welt um ein weiteres fulminantes Epos bereicherten.
Im Stile eines Shakespeares kämpfen besondere Könige um die Macht - Könige der Unterwelt New Yorks. Und wie es sich für ein gutes Stück a la Shakespear gehört, finden sich in dem Roman "Der Pate" Intrigen, Verrat, Mord, Liebe, Sex und Leidenschaften wieder. Welche der großen Mafia-Familien wird den ausgebrochenen Blutkrieg zu ihren Gunsten entscheiden können?
Zur Geschichte selbst gibt es wahrscheinlich nicht mehr viel hinzuzufügen, da wohl beinahe jeder Mensch auf Erden den Film "Der Pate" mindestens einmal gesehen hat. Die Familie Corleone, geführt von dem alternden Don Vito Corleone, der Loyalität als das höchste Gut in seinem Leben stuft, gerät in die Zwickmühlen der anderen Mafiafamilien, als er es abschlägt Geld mit den Verkauf von Drogen zu machen. Mit einem ausgeklügelten Schachzug wird er vor den Augen seines Sohnes Fredo einige Tage nach dem Platzen des Deals niedergeschossen. Die Familie Corleone steht nun, ohne ihren intelligenten und weisen Oberhaupt, mit dem Rücken zur Wand. Keiner seiner Söhne scheint den anderen Familienclans gewachsen zu sein. Und als der anscheinend geeigneteste Sohn durch eine Intrige ermordet wird, scheint das Ende der Ära Corleone besiegelt zu sein. Doch keiner hatte mit dem Sohn des Dons Michael Corleone gerechnet, der sich stets dagegen gewährt hatte in die Geschäfte und Machenschafften seiner Familie hinein gezogen zu werden.
Was unterscheidet das Buch von den Filmen? Was wahrscheinlich die wenigsten Wissen, mehrere prikäre Kapitel aus dem Buch sind im Film nicht wieder zu finden. Mario Puzo war ein talentierter Drehbuchautor, der Hollywood wahrscheinlich wie seine Westentasche kannte. Und ein großer Teil seines Romanes spielt sich eben genau in diesem Milieu ab: Hollywood und ihre Kontakte zur Mafia. Sehr interessante Kapitel, die den spannenderen Kapiteln im Buch zum Opfer gefallen sind, sind daher im Film nicht wiederzufinden. Das Buch selbst behandelt ebenso die Lebensgeschichte des altenden Don Vito Corleone, die erst im zweiten Film aufgerollt wird.
Stil des Buches: genial geschrieben. Präzise und auf das Wichtigste reduziert, liest sich das Buch als würde ein Film vor dem geistigen Auge ablaufen. Im Gegensatz zu Shakespear kann jeder "Der Pate" lesen und verstehen. Sehr leicht und spannend geschrieben. Die Charaktere sind derartig ausgebaut, dass damals unbekannte Schauspieler wie Al Pacino oder Robert de Niro es leicht hatten sich in diese Charaktere hineinzufühlen - wie AL PACINO es in seiner Interviw-biographie erwähnt.
Kurz: Ein Meilenstein der Literaturgeschichte, der das Genre Mafia-Thriller erst zum Leben erweckte. Ein muss für jeden, der gerne spannende Bücher liest. Und falls ein Leser in dem Glück ist, das Buch lesen zu können, bevor er den Film überhaupt gesehen hat - ein Schelm wäre er, wenn er nicht zum Buche greifft!