Liane Schommertz, engagierte Vertreterin des Patchworkstrickens nach Horst Schulz, hat ein Buch herausgebracht. Hurra!
Und dann: Naja ...
Patchworkmodelle, also aus gleichförmigen geometrischen Bausteinen zusammengestrickte Bekleidungsstücke, Decken, Kissen und '..., kranken daran, dass es keine Chance gibt, einen ordentlich sitzenden Schnitt zu kreieren. Hängende Schultern wie in den 70er-Jahren mögen zwar wieder "in" sein, sind deshalb aber um nichts kleidsamer als damals. Ärmelkugeln, Taillierungen oder eine schwingende A-Form ist mit dieser Technik nicht möglich, sofern man nicht Flächen strickt und sie hinterher zuschneidet wie ein Stück Stoff. Dafür freilich kann die Autorin nichts, das liegt in der Natur der Sache.
Die tragbaren Modelle sind zwar beeindruckend, vom Schnitt her aber nicht die Stärke des Buchs.
Die zahlreichen Techniken und Möglichkeiten des Patchworkstrickens erklärt Liane Schommertz selbst besser und umfassender in einer von ihr selbst zusammengestellten Arbeitsmappe, die sie ihren Kunden und Kundinnen verkauft. Wer dieses Arbeitsmittel besitzt, braucht das neue Buch nicht.
Wer Decken oder Kissen stricken will und selbst einen sicheren Farbgeschmack hat, dem bietet das vorliegende Buch in erster Linie funktionierende Anleitungen zu den wichtigsten Grundbausteinen des Patchworkstrickens. Nicht viel mehr, aber auch nicht weniger.