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In sechs spannend geschriebenen Fallstudien zeigt Reinhard Sieder, wie verschieden der Trennungsprozess verlaufen kann und wie unterschiedlich das Familienleben danach gestaltet wird. Es endet eben nicht mit der Trennung der Eltern, sondern es entstehen neue Familienleben - an zwei Orten und mit unterschiedlichen Familienstrukturen, die die neuen Familien der getrennt lebenden Eltern umfasst. Dies kann einerseits zahlreiche Anregungen und Impulse für die Kinder bieten, andererseits kann es sie überfordern. Speziell die neuen Intimpartner können zu einer Belastung für die Kinder werden. Dennoch lautet die gute Nachricht des Buches: Getrennt lebende Eltern haben es weitgehend selbst in der Hand, ihre neuen Familien zu Orten der Geborgenheit für ihr Kind und sein soziales Lernen zu machen.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein grundlegendes und sehr fundiertes Werk über ein neues familiensoziologisches Phänomen, das sich weiter verbreiten wird,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Patchworks - das Familienleben getrennter Eltern und ihrer Kinder: Mit einem Vorwort von Helm Stierlin (Gebundene Ausgabe)
Schon lange ist die klassische Familienkonstellation kein Normalfall mehr. Man mag das bedauern oder auch nicht, Tatsache ist, dass immer mehr Kinder in unseren Kindertagesstätten und Schulen sind, die zu einer sogenannten Patchworkfamilie gehören. Lange hat sich die Einstellung gehalten, dass Kinder, die in solchen Familien aufwachsen, gegenüber denen in einer klassischen Familie auf irgendeine Weise benachteilgt wären, bzw. sie dort nicht das bekämen, was sie brauchen.Das vorliegende Buch des Wiener Sozialhistorikers, Kulturwissenschaftlers und Familiensoziologen Reinhard Sieder, der neben seiner Lehrtätigkeit auch Paar- und Familientherapeuten ausbildet, räumt mit diesem Vorurteil gründlich auf. Es bietet außergewöhnlich fundierte und durchdachte Informationen und Reflexionen in drei Teilen. Zunächst diskutiert er kultur- und sozialgeschichtlich die Phänomene der Intimpartnerschaft und der Familie. Dann beschreibt er ausführlich ein Forschungsprojekt zu Patchworkfamilien und stellt detailliert dessen Ergebnisse vor und schlussendlich wertet er sehr ausführlich die Ergebnisse dieses Projekts aus im Kontext soziologischer, kulturgeschichtlicher, aber auch ganz praktischer Themen. Trennung der Eltern muss, so die Analyse, das Kind nicht unbedingt schädigen. Wo der väterliche Teil in durch Gewalt oder Alkoholmissbrauch dominierten Familien wegfällt, kann die sich daran anschließende Mutter-Kind-Beziehung zu einem sinnvollen Ruhepunkt werden für beide. Wenn später ein neuer Partner der Mutter in ihr Leben tritt, kann es durchaus sein, dass das Kind einen neuen väterlichen Freund findet. In vielen Familien, wo die Eltern sich getrennt haben, gelingt es durchaus gut, dass die Kinder sowohl beim Vater als auch bei der Mutter ein jeweiliges Zuhause finden, was für ihre weitere Entwicklung auch sehr positive Elemente haben kann. Die Sehnsucht nach Intimität ( so lautet die Überschrift des ersten einführenden Kapitels) ist den Menschen eigen und sie brauchen Intimität, um gut und aufrecht leben zu können. Die können sie, so berichtet das Buch, in Patchworkfamilien ebenso reich und differenziert finden , wie in der klassischen. Das Buch richtet sich, wie der Psychoanalytiker Helm Stierlin in einem freundlichen Vorwort schreibt, nicht nur an Therapeuten, Soziologen und Pädagogen. Auch betroffene Erwachsene können es mit Gewinn für ihre eigene Situation lesen. Dennoch sollten Erzieherinnen und Lehrer dieses Buch und seine Ergebnisse zur Kenntnis nehmen, denn in ihren Einrichtungen begegnen ihnen viele Kinder und Erwachsene, die in solchen Patchworks leben. Wenn es auf Seite der Professionellen in den Sozialisationsinstanzen, dazu zähle ich auch die Jugendämter und diversen Beratungsstellen, mehr Verständnis für die soziologische und psychologische Dimension dieses doch relativ neuen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Phänomens gibt, kann den Erwachsenen und den Kindern besonders gut geholfen werden. Über kurz oder lang wird sich auch das traditionelle Familienbild verändern. In den politischen Auseinandersetzungen über den Stellenwert der Ehe zum Beispiel haben wir heute schon einen Vorgeschmack davon. Der Rezensent rät allerdings bei dieser Debatte das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten und die klassische Familien und die Ehe allzu schnell zu verteufeln. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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