Mit Patanjali beschäftige ich mich seit meiner Teenager-Zeit, also seit ein paar Jahrzehnten. Wenn es nur ein Buch gäbe, was ich in einer Verbannung auf einer einsamen Insel mitnehmen dürfte, dann sind es die Yogasutren des Patanjali. Konnte ich anfangs nur erahnen, was für eine Fülle an lebenspraktischer Weisheit in den Sutren enthalten ist, wurde mir die Bedeutung im Laufe der Jahre immer klarer. Wobei grade im dritten Kapitel für mich noch viele Rätsel enthalten sind, die hoffentlich irgendwann, zumindest zum Teil, in meinem Leben noch gelöst werden.
Dies kann nur durch Übung und Erfahrung geschehen. Und davon hat der Autor, der die von Patanjali knapp formulierten Sutren erläutert, offensichtlich jede Menge. Dieses Buch ist nicht aus intellektueller, philosophischer oder religiöser Sicht geschrieben, sondern offensichtlich aus der gelebten, völlig undogmatischen Erfahrung heraus, also ganz im Sinne Patanjalis.
So klar, verständlich und für die spirituelle Praxis relevante Erklärungen finden sich in anderen deutschsprachigen Kommentaren der Yogasutren meines Erachtens nicht.
Mein Verständnis u.a. für die Praxis der Meditation, was Thema des ersten Kapitels ist, hat sich noch mehr vertieft. Auch die Hinweise bei den Rätseln insbesondere des dritten Kapitels sind für mich spannend und hilfreich.
Eine Anmerkung zum Schluß: Dieses Buch müßte eigentlich ein wichtiges Standardwerk im Psychologiestudium sein. Aber vielleicht kommt das ja irgendwann noch mal.