Unter den Bergen von Büchern, die man in der Sparte "Lassen Sie uns doch mal ganz locker über Mathematik reden" finden kann, ist es wahrlich nicht einfach, eines zu finden, das mit dieser Erzählung vergleichbar ist!
Was ich damit sagen will, ist folgendes: Mathematische Populärliteratur (wenn man das überhaupt so nennen kann - immerhin scheinen die Begriffe "Mathematik" und "populär" gar nicht zusammenzupassen)ist oft genug einfach nicht gut gelungen. Oft fehlt es an einem originellen bzw. wenigstens interessanten Aufhänger.
Ein wichtiger Trumpf dieses Buches ist nämlich, daß Beutelspacher aus seinen Erinnerungen und Emotionen schöpfen kann und es wahrlich versteht, diese dem Leser authentisch und vor allem offen nahezubringen.
Ich finde den Text dadurch ungeheuer sympathisch. Beim Lesen hat man tatsächlich das Gefühl, daß Mathematiker doch einfach nur Menschen sind. In diesem Buch kommt entschieden mehr rüber, als ich es mir im Vorhinein vorgestellt hatte, und ich war am Ende sogar etwas traurig, daß alles schon zu Ende war.
Diese Erzählung bringt einem vieles viel näher: den Autor, Italien, die Mathematik, die Mathematiker (deutsche und italienische!), die Kultur, die Uni, das Leben, die Mentalitäten und so weiter und so fort...
Dieses Buch ist lehrreich, unterhaltsam und durch diese ganz bestimmte Kombination ungeheuer wertvoll.
Ich habe keine volle Punktzahl gegeben, weil einige der italienischen Sprachfetzen (die ja eigentlich gewitzt eingeflochten sind) den Lesefluß doch etwas behindern.