Nach einer enthusiastischen Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen (O-Ton: endlich liegt dieses Buch in deutscher Übersetzung vor!) habe ich es gekauft. Und war deutlich enttäuscht. Im Original wird davon ausgegangen, dass hochwertige Nudeln gekauft werden (vermutlich kann man das in Paris) und dann weiter verarbeitet. Ist ja in Ordnung - in Paris.
Für den deutschen Markt ist ein Kapitel angeschlossen, wie man Pastateig selbst erstellt. Man nehme: Mehl. Kein Wort von Hartweizenmehl oder Nudelmaschinen, der einzig mir bekannten Möglichkeit leckere, bissfeste Nudeln in der eigenen Küche herzustellen. Wenn sie pappige, schlabberige Nudeln, die sie Sauce nur so aufsaugen um dann zu einem klebrigen Klumpen mutieren, gern mögen: dann nehmen sie "Mehl".
Auch frönt dieses Buch der unsäglichen Angewohnheit in die Gerichte fernöstliche Zutaten zu schmeißen und es dann "asiatische Küche" zu nennen.
Nicht missverstehen, ich liebe (echte) asiatische Küche. Aber Nudeln in Kokosmilch (aus der Dose) zu kochen, bäh. Wenn schon Kokosmilch, dann bei "de luxe" doch wohl selbst gemachte (ist zudem simpel).
Auch "Sojasauce" wird verwendet, ohne zu sagen welche - dabei ist Asien voll von unterschiedlichen Varianten der Sojasauce - mit deutlichen Geschmacksunterschieden. Was "thailändischer Knoblauch" sein soll, hat sich mir auch nicht erschlossen.
Auch die wilden, manchmal auch netten Nudelformen, selbst herstellen kann man sie nicht - wo soll man sie herbekommen, jedenfalls nicht aus Barilla-Packungen.
Das ganze Buch fällt in sich zusammen: große Klappe, nichts dahinter.
Ein Stern für die Aufmachung und die Fotos.
Redaktionell eher ein Armutszeugnis.