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Past Life Martyred Saints (Vinyl+Mp3) [Vinyl LP]

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Produktinformation

  • Vinyl (3. Juni 2011)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Souterrain Transmissions (rough trade)
  • ASIN: B004GLDNMQ
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 80.857 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

1. The Grey Ship
2. California
3. Anteroom
4. Milkman
5. Coda
6. Marked
7. Breakfast
8. Butterfly Knife
9. Red Star

Produktbeschreibungen

motor.de

´Ein Album wie eine Kanonenkugel: Rund, schwer und – wenn von der richtigen Kanonierin abgefeuert – mit schier unglaublicher emotionaler Durchschlagskraft. Man stelle sich folgende Szenerie vor: Die Herren von The Velvet Underground, Patti Smith und Laurie Anderson sitzen schweigend zusammen in einer Bar. Auf einmal ergreift einer der Charaktere unter Räuspern das Wort: Also, wer hat seine Klappe nicht halten können und wild Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert." Der erste Höreindruck sorgt beinahe schon für Bestürzung, angesichts der Tatsache, dass es sich bei "Past Life Martyred Saints" um ein Debüt-Album handelt. Solo-Debüt zumindest, denn die zumeist in sympathischem Gammel-Chic auftretende Erika M. Anderson hat mit ihrem früheren Noise-Folk Projekt Gowns offenbar schon einiges an Erfahrungen gesammelt. Allein der Opener "Grey Ship" bohrt sich förmlich mit einer solchen Wucht in die Synapsen – zunächst in relativer Lo-Fi Produktion und mit Akustik-Gitarre, dann mit abrubt hereinbrechender, gewaltiger Bassfläche –, dass der eine oder andere Schauer tanzend über den Rücken läuft. Auf der gesamten Platte überzeugt die Dame mit so entspannter Nonchalance, dass man beinahe verführt ist, den Begriff "coolness" wieder aus dem Schränkchen der antiquierten Attributierungen hervorzukramen; "Past Life Martyred Saints" ist ein solch - in gleichen Anteilen - Beklemmung und Freude evozierendes Werk, dass von einer solchen Erwägung wohl eher Abstand genommen werden sollte. EMA - "California" Vornehmlich wurden zwei Effekte ausgiebig, jedoch nur so aufdringlich wie eben erforderlich verwendet, um wohl einen gleichermaßen progressiven wie psychedelischen Punkt zu machen: Hall und Verzerrung. Wie sich das selbstredend auch für eine bekennende "Zerstörerin von Gitarren" geziemt. Wunderbar auch, dass die Dame zwar einen ziemlich schweren Brocken zu präsentieren scheint, die Gesamt-Stimmung des Langspielers allerdings stets im Equilibrium gehalten wird. Da wird sich in einem finster dräuend startenden "Marked" dann auch noch ein wenig in luftigere Höhen emporgeschwungen. Es gibt einige solcher Kontrastpunkte auf "Past Life Martyred Saints"; es pendelt angelegentlich zwischen wirklich klaustrophobischen Zuständen und offenen, luftig wirkenden Parts. Allein dieses atmosphärische Wechselbad macht den Langspieler schon groß. Das ausgefeilte Songwriting und die solide Performance gliedern dem noch ein -artig hintenan. Extrapunkte muss man für den charmant offenherzigen Habitus EMAs verteilen. "Fuck California, you made me boring / I've bled all my blood out / But these red pants they don't show that", grummelt sie in "California" und weiter "I saw Joseph carrying the gun / I saw Mary carrying the gun." Insgesamt eine ziemliche Chuzpe, die Miss Anderson hier beweist, angedenk des Artworks, dass sie als Heilige stilisiert darstellt und märtyrte Heilige lassen sich ja auch im Titel finden. Ob EMA das Album als ihr neuzeitliches, popkulturelles Testament betrachtet, sei einfach einmal als Überlegung dahingestellt. Ein Kommentar zur popgeschichtlichen Entwicklung ist es hingegen mit Sicherheit. EMA - "Milkman" Es ist schon ein faszinierendes Schauspiel zu verfolgen, wie die junge Künstlerin aus San Francisco trotz wahrlich beunruhigender Sujets ein einfach schönes Album abliefert – die Texte zirkulieren oftmals um physische Mißhandlung, Verzweiflung und Abgeschiedenheit der einen oder anderen Art; in "Marked" heißt es "I wish every time he touched me / He left a Mark", das schon merkwürdig betitelte "Butterfly Knife" hingegen führt an: "Twenty kisses with a butterfly knife". Kompositorisch bewegt sich EMA bereits in höchsten Zirkeln; die zumeist recht rudimentär instrumentierten Tracks, schlagen oftmals derartige Haken, dass ein einmaliger Durchlauf bei weitem nicht ausreicht, um all den Twists und Turns zu folgen, geschweige denn den multifacettalen, emotionalen Mikrokosmos in seiner Gänze empathisch zu erfassen. "Past Life Martyred Saints" ist im besten Sinne des Wortes eine Eigenleistung, denn obschon sich Parallelen zu einigen Werken anderer Künstler ziehen lassen, so verfügt das Album doch über eine distinktiv individuelle Note. EMA, dieser Name wird bestimmt noch eine Weile nachhallen. Genau weiter zu verfolgen, was sich an dieser Front künftig tut, ist ohnehin anzuraten. Die Perfektion liegt im Imperfekten. "Past Life Martyred Saints": Unheimlich gut.

Kurzbeschreibung

Bald veröffentlicht Souterrain Transmissions das atemberaubende Debütalbum von Erika M. Anderson alias EMA.

Der vorab veröffentlichte Song "The Grey Ship" und das Video zu "California" sorgen bereits für mächtig Aufregung unter den Musikfans und EMA avancierte in den vergangenen Wochen zum heißen Tipp auf englischen und amerikanischen Musikseiten und Blogs. Der NME kürte sie gar zur dritt-spannendsten Neu-Entdeckung beim diesjährigen SXSW in Austin, Texas.

In South Dakota geboren zog EMA im Alter von 18 Jahren nach LA. Dort begann sie zunächst als Gitarristin in einer Folk/Noise Combo namens Amps For Christ, um dann 2005 zusammen mit Ezra Buchla das Kult-Duo Gowns zu gründen, deren 2007er Album "Red State" bereits diese eklektische Gradwanderung vorexerzierte, die sie nun perfektioniert hat. Digitaler Folk und infernalischer Lärm verwirrten nicht nur die Kritiker, die das Album dennoch zum Meisterwerk erklärten. Nun wandelt EMA auf Solopfaden. Und dieses Album, das uns so vollendet begeistert, das so randvoll mit scheinbar hoch neurotischen Miniatur-Epen angefüllt ist, von einer Künstlerin die weniger neurotisch und prätentiös gar nicht sein könnte, hat sie mehr oder weniger im Alleingang eingespielt.

“Past Life Martyred Saints” bietet morbiden maso Girlgroup Pop in s/w, rare Nirvana Demo Akkorde, ausgesprochen viel Attitüde, den besten Song über Kalifornien seit Jahren, eine Tanznummer, die keine ist und noch vieles mehr und zählt jetzt schon zu den Highlights des noch jungen Jahres!


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
voller Erfolg 8. Juli 2011
Von M. Pauli VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich kaufe mir generell kaum neue CDs, die in den Charts stehen (bin 48 Jahre alt und habe ganz andere Musikrichtungen (Jazz, Klassik, Zappa, Grateful Dead) - aber hier: HALLO! Ich hatte mir aus Verzweiflung am Bahnhof einen Musik-Express geholt und über diese CD gelesen. Da hab ich mal vertraut und gekauft! Leute und Musikhörer aller Genre: Hört Euch mindestens einmal die Scheibe an, es lohnt sich. Hier werden zwar Stile gemixt und gitarren an möglichen und unmöglichen Stellen eingesetzt, erinnert ein wenig an Lou Reed meets Neil Young meets keine Ahnung wen, aber es ist schön, entspannend und die Frau hat eine treffende Stimme. Nach erstmaligem Hören empfehle ich mal auf Random zu stellen, immer noch super gut. Das mache ich oft, wenn ich mir unsicher bin, ob mir eine CD gefällt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin Lorenz TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
... in komischen Kürzeln verarbeiten, werden ja öfters schief angeschaut, Erika M. Anderson hätte es aber auch unter ihrem Klarnamen mühelos zu einem Ehrenplatz geschafft. Nach diversen mehr oder weniger abseitigen Projekten wie den Gowns oder Amps For Christ schickt sie sich mit ihrem Solodebüt an, ein schaurig-schönes Gegenstück zum sommersonnigen und quietschbunten Formatsound der us-amerikanischen Charts zu setzen, wo einzig Lady Gaga ein halbwegs überraschendes, hier verrucht-luzides Image neben all den Hupfdolen wie Kesha, Rihanna und Kate Perry zu pflegen in der Lage ist.

(Wer im Übrigen ermessen will, zu welchen Verirrungen Befindlichkeitspop auch zu Zeiten von Barack Obama noch fähig ist, muß sich nur die aktuelle 9/11/Single der vermeintlich geschichtsbewußten Afroamerikanerin Beyonce Knowles zu Gemüte führen - was da unter dem Deckmantel der Vaterlandsliebe mit dem patriotischen Vershammer zusammengeschustert wurde, ist wohl nur für hartgesottene Rednecks oder Liebhaber von weißen Zipfelmasken ernsthaft zu ertragen: "And I gladly stand up, next to you and defend her still today, cause there ain't no doubt I love this land, God bless the USA. And I'm proud to be an American, where at least I know I'm free ...")

Die Ahnengalerie für EMA ist natürlich trotz des düsteren, sperrigen Sounds recht umfangreich, PJ Harvey und Karen O. sind so sicher mit von der Partie wie ihre Schwester im Geiste Karin Dreijer Andersson (The Knife/Fever Ray), naheliegend auch die Verwandschaften mit dem Electrogothic einer Zola Jesus oder dem torkelnden Knochenblues von Anna Calvi.

Schon der Beginn furios - sieben zähe Minuten lang schiebt sich ein graues Narrenschiff durch die Kulissen, anfangs noch zurückhaltend, zaudernd, später gedrängt und getrieben von tosender See. Tonnenschwere Synthesizergebirge folgen und Anderson fügt ihrer Stimme eine weitere Schattierung, die von Kim Gordon hinzu - "F*** California, you made me boring, I've bled all my blood out ...". Der "Milkman" knirscht und kreischt zum Gotterbarmen, die Stimme verfremdet, gehechselt als Dreingabe. "Marked" dann als kleine Horrorshow - grollende Gitarrenläufe, dunkel dräuendes Wummern, eine Stimme wispert aus dem Höllenschlund: "I wish that every time he touched me he left a mark".

Beschaulicher wird es nicht - auch "Butterfly Knife" erzählt bildhaft Mörderisches zu hart angeschlagenen Saiten. Den Blues hebt sie sich für den Schluß auf, "Red Star" kommt mit feinem Feedback, ohnehin nach eigener Aussage ihr liebstes Stilmittel, um die Ecke. Der Song beschließt eine Platte, die sicher an Polly Jean Harveys neuestem Opus gemessen wird, diesem Vergleich aber ohne weiteres standhalten kann - "Let America Shake".
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Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Da wird Rockmusik gefühlt 800 mal totgesagt, und dann kommt da eine gewisse Erika M Anderson, die sich nicht zu blöd ist, ihren Namen abzukürzen, die auf cool und sexy macht (wobei ihr letzteres besser gelingt), mit ihrem Debüt und zeigt PJ Harvey mal eben, wo sie sich ihren Most holen kann.

Schon der Opener, The Grey Ship, ist so ambitioniert, dass der Album-Titel Past Life Martyred Saints eingängig wirkt. Hitparaden tauglich dagegen California, auf der EMA zickig den Südwest-Staat ins nicht eben schönste Licht stellt, um dann auf Marked nach viel Lärm erstaunlich zart und zerbrechlich zu klingen. Überhaupt holen die Stücke den Zuhörer zu Beginn an der einen Stelle ab, um ihn am Ende desselben an einer völlig anderen verdutzt stehen zu lassen, nur eben nicht in der Ecke, die sich Langeweile nennt.
Erfreulich auch, dass EMA bereits die Langsamkeit entdeckt hat und ihre Band nicht alles mit Noten zuhaut. Trotzdem fühlt man sich am Ende des Albums als könnte man einen starken Drink gebrauchen.

Allerdings: wenn andere Kritiker von einem "Album wie eine Kanonenkugel" schreiben, ist ihnen zwar zuzustimmen, aber es muss gesagt weerden, woher die Wucht des Albums (auch) kommt. Daher nämlich, dass Past Life Martyred Saints Opfer des "Loudness War" geworden ist, der jegliche Dynamik kleinhaut wie - nunja: eine Kanonenkugel. Ich könnte ja verstehen, wenn jemand sagt ein Album wie Past Life ... sollte besser in Low-fi aufgenommen werden, nur träfe das nicht den Punkt. Man höre sich nur einmal California oder Marked an. Musikalisch ist das ein Gematsche, das mich in Versuchung bringt, einen Stern abzuziehen.
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