Die Autorin hat einen interessanten Weg gefunden uns die 'Hundefindung' leichter zu machen: Sie stellt die Hunde vor, wie in einem Hundelexikon, anhand der Rassegeschichte und einem Kapitel Anlagen und Bedürfnisse. Einige Hunderassen sind zusammengefasst und werden gemeinsam bewertet ( z.B. Jack Russel Terrier und Parson Rassel Terrier), berechtigt, weil sie gleiche Eigenschaften haben. Zur jeder Beschreibung gehört ein Infokasten , der die Eigenschaften zusammenfasst und über Stichworte bewertet, Eigenschaften, wie Wach- und Schutztrieb, Menschenfreundlichkeit, Erziehbarkeit usw. diese Eigenschaften werden mit Null bis 5 'Hundepfoten' bewertet (5 heißt bestens).
Das Positive vorweg: die Idee ist gut, die Bilder sind exzellent (mal weg von den zur-Schaustellen Bildern, der Hund ist als lebendiger Hund zu erkennen).
Gefallen hat mir die Idee, zur Bewertung die Rasseneigenschaften heranzuziehen.
Tja, nun das negative: Das Buch erscheint unfertig (wo war blos der Lektor?). Ans einigen Stellen ist der Text sehr holprig. Oft widersprecht sich der Text in 'Anlagen und Bedürfnisse' mit dem Infokasten, manchmal eklatant. Leider wird auch an keiner Stelle erklärt, was die Autorin genau unter den Stichworten im Kasten versteht.
Das die Herkunft der Rasse manchmal falsch angegeben wird, ist lässt sich ja verschmerzen ( z. B. gehört der Jack Russel richtig nach Australien und der American Staffortscher in die USA). Aber was soll ich davon halten, wenn im Text die Familientauglichkeit als mäßig beschrieben wird, aber im Infokasten als ausgezeichnet (Pointer/ Spinone)?, oder der Hund als Jagdhund (wie geschaffen für...) beschrieben wird werden, aber im Infokasten die Eigenschaft als nicht vorhanden hingestellt wird (einige Retriever)? oder wenn ein Meutehund nicht geeignet ist für Mehrhundehaltung (Beagle)?
Die Autorin hat ein Faible und das nötige Wissen über Jagdhunde, hier werden auch ausgefallene und für den Normalhundehalter irrelevante Rassen vorgestellt. An anderen Stellen hätte ich mir mehr Fachwissen gewünscht. Das Wort Kampfhund wird zu oft gebraucht, zu populistisch, einiges ist auch so nicht richtig.
Was leider ganz fehlt, aber in der heutigen Zeit unbedingt in das Buch gehört, sind die Bestimmungen über gefährliche Hunde, medienwirksam (und falsch) 'Kampfhunde' genannt. Was hilft es diese Rassen vorzustellen, wenn die Haltung nur unter ganz strengen Auflagen gestattet ist und mit enormen Kosten verbunden?
Dem überarbeiteten Infokasten täte es gut eine Skala einzufügen, die bei 'Anfängerhund' anfängt und bei Haltung 'nur für Kundige' endet.
Abschließend ist zu sagen: die Texte an sich sind nicht unbedingt gut, trotzdem brauchbar, einige aber nur mit Abstrichen. Die Bilder exzellent. Erst die Kombination mit den Infokästen macht alles zu Nichte, zu verwirrend für den Leser (er wird sich die frage stellen was denn nun stimmt).
Bitte lieber Verlag, bringe schnell die überarbeitete zweite Auflage heraus.