Passion, also Lebensfreude und Begeisterung, sowie Empathie, das sind in der Tat Dinge, die uns in unserer modernen und kalten Gesellschaft fehlen. Genau diese beiden wichtigen Lebenselemente stellen Pendragon dieses Mal textlich in den Mittelpunkt ihres neuen Albums. Daneben gibt es wieder, ähnlich wie bereits auf - Believe und Pure - viele neue, und für Pendragon doch sehr ungewöhnliche Sounds zu hören. Das Album beginnt mit modernen, ja fast schon industriellen Beats, harten Gitarren- und Keyboardsounds, sowie teilweise auch unheimlich klingende Vokales. Spätestens ab der Textzeile "Drop My Balls" - wird klar, dass Pendragon die härtere Gangart von - Pure - weiter fortführen, und dass es mit - Passion - wieder kein zweites - Not Of This World - geben wird.
Auch das folgende 10-minütige Stück - Empathy - ist vom Sound her überwiegend hart, bzw. raue und röhrende Gitarren stehen auch hier im Vordergrund. Gegen Mitte des Stücks blitzt dann aber doch ein Gitarrensolo auf, das an die alte Zeit erinnert. Auf - Feeding Frenzy - darf sich dann auch mal Bassist Peter Gee in den Vorderung drängen. Das Lied beginnt mit einem tollen Bassriff, ist aber ansonsten auch von den Vokals sehr gewöhnungsbedürftig, und benötigt einige Durchläufe, sprich Pendragon fordern ihre Hörer anstatt sie mit schwelgenden Melodien zu verwöhnen. Mit dem 14-minütigen Stück - The Green And Pleasant Land - gelingt ihnen dann allerdings doch der Spagat zwischen den neuen Pendragon-Songs und den alten, denn dieser Titel enthält alles, was diese Band so auszeichnet. Sound, Melodie und Nostalgie. Ein großartiges Stück, wobei man über das Jodelsample am Ende sicherlich streiten kann.
It's Just A Matter Of Not Getting Caught - ist dann wieder ein etwas vertrackterer moderner Song, der wieder mehr Aufmerksamkeit vom Hörer einfordert, bevor mit - Skara Brae - wieder die Industrial- und Independentbeats zu einem wunderschönen Gitarrensoli aufblitzen. Sehr gelungen ist hier der Wechsel zwischen Plugged und Unplugged. Das ruhige - Your Black Heart - beendet ein für mich großartiges Album auf dem Nick Barrett und Co. es erneut schaffen, sich nicht zu kopieren, und sieben sehr anspruchsvolle und interessante Stücke auf einem Werk zu vereinen, das in der Tat Passion und Empathie mehr als verdient haben. Große Anerkennung deshalb meinerseits dafür.